Islamisten bekennen sich zu Entführung einer Schweizerin

Kämpfer einer islamistischen Gruppierung in der Wüste bei Timbuktu: Eine Al-Kaida-nahe Gruppierung bekannte sich zur Entführung einer Schweizer Missionarin und stellte Forderungen für ihre Freilassung. (Archivbild)
Kämpfer einer islamistischen Gruppierung in der Wüste bei Timbuktu: Eine Al-Kaida-nahe Gruppierung bekannte sich zur Entführung einer Schweizer Missionarin und stellte Forderungen für ihre Freilassung. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/STR
In Mali ist ein Video aufgetaucht, in dem sich eine der Al-Kaida im Maghreb nahestehende Gruppierung verantwortlich zeigt für die Entführung einer Schweizer Missionarin vor zweieinhalb Wochen. Die Islamisten fordern die Freilassung mehrerer Gesinnungsgenossen.

Über das Video informierte unter anderen die SITE Intelligence Group, eine US-Organisation, die sich auf die Überwachung islamistischer Websites spezialisiert. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht auf Mittwoch.

Im Video übernimmt die Gruppe “Emirat der Sahara” die Verantwortung für die Entführung der “andersgläubigen Evangelistin, die durch ihre Arbeit viele muslimische Söhne vom Glauben abgebracht” habe. Die Gruppe fordert unter anderem die Freilassung von Ahmad Al Faqi Al Mahdi.

Dieser wird am Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag festgehalten, wo ihm der Prozess für die Zerstörung historischer Kulturgüter in Timbuktu gemacht werden soll. Zudem sollen auch mehrere Mitglieder, die in malischen Gefängnissen einsitzen, freikommen.

Das Video wurde auch der privaten malischen Nachrichtenagentur Al-Akhbar zugespielt, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Das Video selbst veröffentlichte die malische Agentur nicht.

Die Schweizerin – eine Baslerin – war am 8. Januar in Timbuktu von Bewaffneten entführt worden. Sie war bereits im April 2012 von Islamisten verschleppt worden. Damals kam sie nach Vermittlung durch die Regierung von Burkina Faso nach neun Tagen frei. Die Islamisten liessen sie offenbar unter der Bedingung frei, dass sie nicht in die Wüstenstadt zurückkehre, um zu missionieren.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) setzte nach der neuerlichen Entführung eine Taskforce ein. Die Schweizer Vertretung vor Orte stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden, hiess es nach Bekanntwerden der Entführung.

(SDA)


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