Ist Joe Zinnbauer noch der Richtige?

Von Dumeni Casaulta
Joe Zinnbauer musste in der letzten Zeit oft seine Arme verwerfen.
Joe Zinnbauer musste in der letzten Zeit oft seine Arme verwerfen. © KEYSTONE/Gian Ehrenzeller
Viertes Saisonspiel – dritte Niederlage. Dem FC St.Gallen läuft es derzeit alles andere als rund. Die Hoffnung, mit dem Sieg gegen GC habe sich der Knoten gelöst, musste gestern wieder begraben werden. Damit gerät auch der Trainer immer mehr unter Druck.

Dass St.Gallen gegen YB verliert, verzeiht ein Fan. Auch auswärts in Sion kann man mal verlieren. Wenn St.Gallen aber gegen den Aufsteiger Lausanne kein Rezept findet, beginnt die Fan-Seele zu kochen. Schon die Art und Weise der Niederlagen gegen YB und Sion sorgte für Gesprächsstoff. Vor allem die offensive Harmlosigkeit der Ostschweizer gab zu reden. In Kommentarspalten und in den Sozialen-Medien wird der Trainer Joe Zinnbauer hart kritisiert.

Screenshot Facebook

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Statistik gibt Kritikern recht

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Die Kritik ist nicht unberechtigt. Betrachtet man die 22 Spiele der St.Galler in diesem Jahr (seit der Rückrunde 15/16), hat die Mannschaft von Joe Zinnbauer im Schnitt 0,82 Punkte pro Spiel gemacht. Zum Vergleich: Der FC Zürich hat in der letzten Saison pro Spiel durchschnittlich 0.94 Punkte geholt (34 Punkte in 36 Spielen) und ist damit abgestiegen.

Ist St.Gallen also schon mitten im Abstiegskampf? Nicht unbedingt. In der letzten Saison hatten die St.Galler nach vier Spielen auch nur vier Punkte auf dem Konto. Nur ein Pünktchen mehr als heuer. Die Vorrunde schloss man mit 23 Punkten auf dem 5. Rang ab.

Zu denken gibt, dass vom Offensivfussball, den Zinnbauer versprochen hat, nichts zu sehen ist. Im Gegenteil: In der gegnerischen Hälfte lässt der FCSG jegliche Kreativität vermissen. Man könnte anführen, dass St.Gallen in dieser Saison diverse neue Spieler hat und sich die Mannschaft erst finden muss. In der Startformation gegen Lausanne standen allerdings “nur” drei Spieler, die nicht letzte Saison schon für die Espen aufgelaufen sind (Schulz, Buess und Chabbi).

Ein Trainerwechsel wäre verfrüht

Trotzdem wäre es verfrüht, am Trainerstuhl von Joe Zinnbauer zu sägen. Die jetzige Mannschaft wurde für ihn zusammengestellt. Ein Trainerwechsel würde die Mannschaft zusätzlich verunsichern. Ausserdem wäre eine Entlassung Zinnbauers teuer, er hat noch einen Vertrag für zwei weitere Jahre. Sollte sich Mannschaft bis zur Halbzeit der Vorrunde nicht anders präsentieren, müssen sich die Verantwortlichen aber ernsthafte Gedanken machen.


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