Jahrhundertwerk vollendet: Längste Staumauer der Schweiz eingeweiht

Jahrhundertwerk vollendet: Längste Staumauer der Schweiz eingeweiht
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Das Gross-Pumpspeicherkraftwerk Limmern im glarnerischen Linthal GL ist einen wichtigen Schritt weiter: Am Freitag wurde die neue Staumauer des Muttsees eingeweiht. Die längste Staumauer der Schweiz ist gleichzeitig die höchstgelegene in Europa.

Die über einen Kilometer lange Staumauer steht auf 2500 Metern über Meer, wie die Bauherrin, das Energieunternehmen Axpo, mitteilte. Die Muttsee-Staumauer ist ein zentrales Element des neuen Pumpspeicherkraftwerkes.

Jahrhundertwerk vollendet

Axpo hat zusammen mit dem Kanton Glarus 2, 1 Milliarden Franken in die Anlage investiert. Insgesamt waren weit über 3000 Arbeiter fünf Jahre lang im Hochgebirge draussen und im Untertagbau sowie im Tal in Tierfehd beschäftigt.

So wurden die vier je 330 Tonnen schweren Turbinenrotoren in der Maschinenkaverne von der Herstellerin Alstom direkt in der Maschinenkaverne im Hochgebirge gefertigt. Mit ihrem Gewicht hätten sie nicht in die Höhe transportiert werden können.

Wichtig für Versorgungssicherheit

Das unterirdisch angelegte Pumpspeicherwerk pumpt Wasser aus dem Limmernsee in den gut 600 Meter höher gelegenen Muttsee hoch. Bei Bedarf wird das Wasser wieder abgelassen und zur Stromproduktion genutzt. Die Anlage soll mit einer Pump- und Turbinenleistung von 1000 Megawatt einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz leisten, schreibt Axpo.

An der Einweihungsfeier im Hochgebirge auf der Muttenalp wurde die Staumauer durch den Glarner Pfarrer Josef Kohler eingesegnet im Beisein von Vertretern aus der Glarner Politik. Axpo-Chef Andrew Walo zeigte sich stolz über die termin- und budgetgerechte Realisierung des Projekts. Das PSW Limmern sei für Axpo ein Jahrhundertbauwerk, sagte er gemäss Mitteilung.

Schwierig Kosten zu decken

Allerdings fiel der Baubeschluss 2009 in einer Zeit, als der Strompreis hoch und die Ertragsaussichten für solche Kraftwerke gut waren. Mittlerweile sind die Marktbedingungen aber ganz anders und der Strompreis ist erodiert. In den nächsten Jahren werde es daher schwierig sein, die Vollkosten der Anlage zu decken, schreibt die Axpo, die 85 Prozent am Kraftwerk hält.

Auf lange Sicht werde das Energieunternehmen mit dem PSW Limmern aber einen Trumpf in der Hand haben. Die «hochflexible Anlage» könne innert Minuten von der Stromerzeugung auf das Hochpumpen von Wasser umgestellt werden. Diese steuerbare Leistung (Regelenergie) werde in Europa an Wert gewinnen, da die starke Zunahme der unbeständigen Energieproduktion mit Wind und Sonne zu Instabilitäten im Netz führe.

Das Kraftwerk soll Ende 2016 mit den ersten beiden Maschinengruppen Strom produzieren. Die zwei weiteren Maschinengruppen sollen Mitte 2017 in Betrieb gehen.

(SDA)


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