«Europe, She Loves» mit Förderpreis ausgezeichnet

Regisseur Jan Gassmann erhielt den Preis für den besten Schweizer Film im ZFF-Programm.
Regisseur Jan Gassmann erhielt den Preis für den besten Schweizer Film im ZFF-Programm. © KEYSTONE/EPA KEYSTONE/MANUEL LOPEZ
Am diesjährigen 12. Zurich Film Festival (ZFF) war das Schweizer Filmschaffen präsenter denn je. Die Goldenen Augen im internationalen Spielfilm- und Dokumentarfilmwettbewerb gingen aber an Werke aus Südkorea und Finnland.

Das feinfühlige und humorvolle Biopic «Hymyilevä mies» («The Happiest Day in the Life of Olli Mäki») erzählt die Geschichte eines schüchternen Bäckers, der in den 1960er Jahren gleichzeitig einer der grössten Boxer des Landes war.

Regisseur Juho Kuosmanen, der am Samstagabend an der Award Night im Zürcher Opernhaus den Hauptpreis in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» entgegennehmen konnte, erinnerte sich an Zeiten, in denen er für sein Schaffen viel Ablehnung einstecken musste. Und er betonte, dass er sich demnach umso mehr über die Auszeichnung am ZFF freue.

Erfolgreich endete das Festival auch für den südkoreanischen Regisseur Jero Yun. Er wurde für «Madame B, histoire d’une Nord-Coréenne» mit dem Goldenen Auge für den besten internationalen Dokumentarfilm geehrt.

Darin porträtiert er eine Nordkoreanerin, die auf der Suche nach einem besseren Leben nach China flieht und dort von ihren Schmugglern an einen chinesischen Bauern verkauft wird.

In der Kategorie «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» hat sich der Science-Fiction-Streifen «Stille Reserven» des deutschen Regisseurs Valentin Hitz durchgesetzt. Dieser zeichnet ein düsteres Bild der Stadt Wien in nicht allzu ferner Zukunft.

Die Goldenen Augen der beiden internationalen Wettbewerbe sind mit je 25’000 Franken dotiert, während die Auszeichnung der Sektion «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» mit einem Preisgeld von 20’000 Franken verbunden ist.

Der mit 10’000 Franken dotierte Förderpreis für den besten Schweizer Film im ZFF-Programm konnte der Regisseur und letztjährige ZFF-Filmmaker-Award-Gewinner Jan Gassmann für «Europe, She Loves» entgegennehmen. Er und Kameramann Ramon Giger reisten dafür in vier Städte am Rande Europas, wo sie Paare durch ihren Alltag und in ihre Betten begleiteten.

Der Publikumspreis, der von einem bestens gelaunten Daniel Radcliffe («Harry Potter», «Swiss Army Man») überreicht wurde, ging an den Dokumentarfilm «When Two Worlds Collide» von Heidi Brandenburg und Mathew Orzel. Das Werk wurde ausserdem von der Jury in der Kategorie «Internationaler Dokumentarfilm» lobend erwähnt.

Der zum vierten Mal vergebene Preis für das beste Treatment konnte die Österreicherin Anna Schwingenschuh für das Projekt «Cold Turkey for Emergencies» entgegennehmen. Darin soll es um ein hungriges Rettungsteam an Weihnachten gehen. Sie erhält 5000 Franken als Preissumme sowie 25’000 Franken für die Drehbuchentwicklung.

Insgesamt zeigte das Zurich Film Festival bei seiner 12. Ausgabe 172 Filme aus 36 Ländern, darunter 43 Erstlingswerke, 17 Weltpremieren und eine Rekordzahl von 43 Schweizer Filmen.

Bereits bekannt war, dass der französische Drehbuchautor und Filmregisseur Olivier Assayas («Clouds of Sils Maria», «Carlos») an der Award Night den diesjährigen «A Tribute to… Award» entgegennehmen würde.

Er ergänzt somit die Reihe weiterer Film-Berühmtheiten – unter ihnen der britische Schauspieler Hugh Grant (Golden Icon Award), der Zürcher Filmproduzent Marcel Hoehn (Lifetime Achievement Award) und US-Produzent Lorenzo di Bonaventura (Career Achievement Award), die ihre Auszeichnungen im Verlauf des Festivals persönlich abholten.

Wie immer war die Veranstaltung von einem feierlichen Promi-Schaulaufen begleitet. Über den Grünen Teppich schritten etwa Moderator und Schauspieler Max Loong mit Frau Sepideh Haftgoli, US-Designer Tommy Hilfiger, Regisseurin Bettina Oberli und das Jetset-Paar Patrick Liotard-Vogt und seine Partnerin Sandra Bauknecht.

(SDA)


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