HSG verteilt falsche Noten

HSG verteilt falsche Noten
© KEYSTONE
Bei vielen Assessment-Studenten an der HSG liegen die Nerven blank. Sie fragen sich: “Habe ich jetzt in VWL eine 2,5 oder eine 5,5?” Der “Pfusch” der HSG löst auf dem Jodel-Netzwerk und in der Facebookgruppe “Sharing is Caring” einen Shitstorm aus. 

“Als mir die Notenverfügung per Post zugestellt wurde, freute ich mich über das bestandene Assessment. Nun hat die HSG die Noten im Intranet einfach abgeändert, ohne mich zu informieren. Die VWL-Note ist so stark abgeändert, dass es entscheidend ist, ob es sich um einen Fehler handelt oder nicht”, schreibt ein Jodler.  Für ihn würde die falsche Note das Aus an der HSG bedeuten. Ein weiterer Student hat gegenüber FM1 bestätigt, dass er nach der Prüfung mit einer 1.0 gerechnet hätte. Als er online dann die Note 4.5 gesehen hat, war er erstaunt und erfreut. Als sich gestern auf der App Jodel dann erste Gerüchte über neue Noten etablierten, wurde der Student stutzig. “Am Anfang dachte ich an einen Scherz, wie dies auf Jodel öfters der Fall ist. Dann entschied ich mich, die Noten trotzdem noch einmal anzuschauen und bekam fast eine Herzattacke. Aus einer 4.5 war auf einmal eine 3 geworden.”

Studenten werden nun per Brief informiert

Das Verfahren über die Bekanntgabe der Noten ist klar definiert. Die HSG stellt den Studenten ihre erzielten Ergebnisse online auf dem so genannten “Serviceportal” als unverbindliche Voranzeige zur Verfügung. Wenige Wochen später folgt ein schriftlicher Notenversand, der die online publizierten Noten bestätigt. Dies zeigt den Studenten auch, ob sie das Semester definitiv bestanden haben. Die Noten der betroffenen Studenten waren im verschickten Brief identisch mit den Noten, welche online publiziert wurden. Diese Woche folgte dann der Schock: einige Noten wurden nach dem schriftlichen Versand online noch einmal abgeändert.

Unverbindliche Notenverfügung

“Dass sie einfach unsere Noten abändern, ist schlimm. Dass sie uns aber nicht informieren, ist skandalös”, meint ein weiterer Betroffener. Was bei vielen Studenten nun für Kopfzerbrechen sorgt, ist die Frage, ob die offizielle Notenverfügung nun doch nicht verbindlich ist. Ein Jodel-User lässt dies vermuten: “Sie (die HSG) haben den Fehler erst jetzt bemerkt. Das heisst, die Briefe werden wohl erst noch verschickt. Ich denke, sie kann die Notenverfügung ändern.”

HSG nimmt Stellung

“Aufgrund eines Softwarefehlers sind bei der Korrektur der VWL-Prüfung Probleme aufgetaucht. 58 Studierende haben deshalb eine zu tiefe Note erhalten. Der Fehler wurde erst nach dem Versand der Notenverfügung entdeckt. Die Studenten werden deshalb per Post eine neue, offizielle Notenverfügung erhalten”, schreibt Marius Hasenböhler, Leiter Kommunikation HSG, in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber FM1Today. Es gibt nun Studenten, die dachten, sie hätten das Assessment nicht bestanden. Mit der neuen Note sind sie für das nächste Semester aber zugelassen. Für diese Studierenden wird nach einer Lösung gesucht, schreibt die HSG. Was mit all jenen geschieht, welche nun eine schlechtere Note erhalten haben als zuvor, wurde von offizieller Stelle noch nicht gesagt. Die Studienadministration lässt jedoch verlauten, dass bei all jenen, bei denen die Note nach unten korrigiert wurde, die alte, bessere (und eigentlich falsche) Note weiterhin bestehen bleibt.

Ein Rekurs ist denkbar

Mitstudenten, welche eine genügende Note haben, finden dies teilweise nicht ganz fair. “Man sollte auch die Note erhalten, welche man sich verdient hat”, meinen sie. Zumal wird durch die bessere Note auch ein besserer Notenschnitt erreicht. Daher überlegen sich einige Studierende bereits, Rekurs einzulegen, falls die Noten nicht nach untern korrigiert würden. So oder so, der Noten- Skandal an der HSG wird auch weiterhin für Gesprächsstoff sorgen. (fab/fen)


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