Jürgen Klopp zurück in Dortmund

Jürgen Klopp kehrt mit dem FC Liverpool an seine alte Wirkungsstätte Dortmund zurück
Jürgen Klopp kehrt mit dem FC Liverpool an seine alte Wirkungsstätte Dortmund zurück © KEYSTONE/EPA dpa/BERND THISSEN
Jürgen Klopp gilt als extrovertierter und eloquenter Mensch. Aber selbst dem deutschen Coach von Liverpool kann der Rummel zu viel werden – wie aktuell bei der Rückkehr nach Dortmund.

“Ich freue mich, aber ich hasse auch den Hype um meine Person, der bei so einem Spiel entsteht”, sagte Klopp, der am Donnerstag ab 21.05 Uhr (live auf SRF info) im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League mit den “Reds” bei seiner alten Liebe Borussia Dortmund gastiert. Die Rückkehr des Kulttrainers an die alte Wirkungsstätte erhöht den Aufmerksamkeitsgrad des Spiels auf Champions-League-Niveau. Seit der Auslosung am 18. März war beispielsweise immer wieder von der (leicht bekloppten) Formulierung “El Kloppico” zu lesen.

Für Klopp hat die Reise eine grosse Bedeutung. “Dass das speziell werden wird, ist ja klar. Ich war superglücklich in Dortmund”, sagte der Coach. “Ich war sieben Jahre da, das muss man ja auch nicht wegdiskutieren, ganz im Gegenteil.” Klopp formte zwischen 2008 und 2015 ein mittelklassiges Team zu einem, das Bayern München nachhaltig die Stirn bieten konnte. Unter dem Charismatiker wurde der BVB 2011 deutscher Meister und holte er ein Jahr später das Double. 2013 unterlag Dortmund dem nationalen Rivalen erst im Final der Champions League.

320 Tage nach seinem letzten Auftritt in und mit Dortmund, dem 3:2 gegen Werder Bremen, ist der Fokus uneingeschränkt auf Klopp gerichtet. Einen neckischen Vorgeschmack hatte bereits die Anreise geliefert. Die Stadt Dortmund liess den einstigen Meistertrainer auf einem über eine Autobahnbrücke gespannten Spruchband wissen: “Lieber Jürgen Klopp, zuhause auf’m Platz sind Auswärtsniederlagen am besten zu ertragen.”

Für Dortmund ist die mit vielen Erinnerungen verbundene Situation nicht ganz einfach. Die Verantwortlichen befürchteten zu viel Nostalgie. “Das wird sicherlich ein besonderer Moment. Aber wir wollen keine romantischen Abende veranstalten, sondern uns sportlich durchsetzen”, erklärte Sportdirektor Michael Zorc. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke warnte vor übertriebener Zuneigung: “Am meisten fürchte ich, dass er versucht, uns einzulullen und die Fans auf seine Seite zu kriegen. Wir müssen im Wettkampf- und nicht im Umarmungsmodus sein.”

Liverpool nimmt das Duell mit Dortmund, dem laut Klopp haushohen Favoriten des Wettbewerbs, als Aussenseiter in Angriff. Der BVB weist in der Bundesliga die bessere Rückrunden-Bilanz (11 Spiele, 9 Siege, 2 Unentschieden) vor als Bayern München. Er hat in der Europa League sechs von sieben Heimspielen (23:4 Tore) gewonnen, und er hat mit vier Siegen in den K.o.-Duellen gegen den FC Porto und Tottenham seine Ambitionen unterstrichen, am 18. Mai in Basel einer der beiden Finalisten zu sein.

Am Donnerstag stehen drei weitere Viertelfinals im Programm. In einem Primera-Division-Duell empfängt Athletic Bilbao den Basler Achtelfinal-Bezwinger und Titelverteidiger FC Sevilla, der dritte spanische Vertreter Villarreal hat Sparta Prag zu Gast. Schachtar Donezk trifft auswärts auf Sporting Braga, das in der ersten K.o.-Runde den FC Sion eliminiert hat.

(SDA)


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