Jugendliche schlafen schlecht wegen Handy

Der abendliche Blick auf das Handydisplay kann die Ausschüttung des schlafanstossenden Hormons Melatonin verzögern. Jugendliche sind deshalb oft nicht genügend ausgeruht. (Symbolbild)
Der abendliche Blick auf das Handydisplay kann die Ausschüttung des schlafanstossenden Hormons Melatonin verzögern. Jugendliche sind deshalb oft nicht genügend ausgeruht. (Symbolbild) © KEYSTONE/CHRISTOF SCHUERPF
Partys, Videogames oder das Handy können gemäss einer Studie die Schlafqualität der Jugendlichen beeinträchtigen. Das Handy sollte aus dem Schlafzimmer verbannt werden. Denn die Hälfte der Jugendlichen fühle sich unter der Woche wenig erholt.

Die ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften führt im Auftrag von Swisscom alle zwei Jahre bei über 1000 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 in der ganzen Schweiz eine Umfrage zum Medienverhalten durch.

Nun haben ZHAW-Forschende gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch untersucht, ob Zusammenhänge zum Schlaf und zur Erholung der Jugendlichen bestehen. Die Ergebnisse zeigten, dass die meisten befragten Jugendlichen zwar zwischen acht und achteinhalb Stunden und damit ausreichend schlafen. Die Schlafdauer nehme mit dem Alter natürlicherweise ab.

Die Untersuchung habe aber gezeigt, dass die Hälfte der befragten Jugendlichen sich unabhängig vom Alter unter der Woche nicht oder eher nicht erholt fühle. Als Risikofaktoren für die Erholung seien Partybesuche, das Spielen von Videogames, das Versenden von Fotos und Filmen mit dem Handy oder generell die Nutzung des Handys als Wecker identifiziert worden.

Die mediale Ausstattung der Jugendlichen spiele deshalb bei Schlafproblemen eine entscheidende Rolle. Handys sollten daher aus dem Schlafzimmer verbannt und allenfalls auch das Gamen reduziert werden. Bestimmte Verhaltensweisen könnten sich dagegen positiv auf die Schlafqualität der Jugendlichen auswirken. Wenn zum Beispiel etwas mit der Familie unternommen werde oder vor dem Zubettgehen ein Buch gelesen werde statt WhatsApp-Nachrichten, so fühlten sich die Jugendlichen am nächsten Tag erholter.

Die ZHAW hat auch Tipps für Schulen und Eltern parat. So sollte die Mediennutzung vor dem zu Bett gehen überprüft werden. Die Ausschüttung des schlafanstossenden Hormons Melatonin werde durch die Blaulicht-Anteile der Bildschirme nämlich verzögert. Deshalb sei eine einstündige Bildschirmpause vor dem zu Bett gehen einzuhalten.

Für einen ungestörten Schlaf sollten mobile Geräte ausgeschaltet oder in den Flugmodus gestellt werden. Schliesslich sollte anstelle des Handys ein herkömmlicher Wecker verwendet werden. Es gebe nämlich keinen Grund, das Handy ins Zimmer zu nehmen.

(SDA)


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