Schneeleoparden und Löwen im Spiel- und Rauf-Alter

Nach dem Abklingen der Sommerwärme tauen die Ende Mai geborenen jungen Schneeleoparden im Basler "Zolli" auf und sind öfter auf der Aussenanlage zu sehen.
Nach dem Abklingen der Sommerwärme tauen die Ende Mai geborenen jungen Schneeleoparden im Basler "Zolli" auf und sind öfter auf der Aussenanlage zu sehen. © KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Der Zoo Basel bietet derzeit eine besondere Attraktion: junge Schneeleoparden und Löwen im Spiel- und Rauf-Alter. Die im Frühsommer zur Welt gekommenen Jungtiere sind jetzt in ihrer intensivsten Lebensphase und oft draussen.

Die drei jungen Schneeleoparden mit ihrem fleckigen Fell hatten am 28. Mai das Licht der Welt erblickt. Im Sommer war es ihnen draussen aber zu heiss, und auch in freier Natur bleiben Jungtiere in den ersten Monaten tagsüber zumeist in ihrem Versteck, wie Adrian Baumeyer, Kurator im Basler “Zolli”, am Mittwoch vor den Medien sagte.

Doch jetzt hat ihre Saison begonnen: Die herbstlichen Temperaturen locken die Jungtiere der aus den Gebirgen Zentralasiens stammenden Katzenart hervor: Besucher und Besucherinnen können dem Weibchen Myanmar und den beiden Männchen Makalu und Mekong in der Aussenanlage beim Klettern, Raufen, Anschleichen und Erkunden ihres Geheges zusehen.

Die Jungen üben damit die Fähigkeiten, die nötig sind, um jagen und überleben zu können. Schneeleoparden stürzen sich im felsigen Gelände von oben herab auf ihre Beute, wie Baumeyer ausführte. Im Zoo trinken die Jungen derzeit noch bei ihrer Mutter, fressen aber bereits auch wie ihre Eltern Hühner, Kaninchen oder Fleischstücke.

Noch rund ein Jahr bleiben die jungen Schneeleoparden bei ihrer Mutter. In freier Natur müssten sie danach ein eigenes Revier suchen. Die drei Basler Jungtiere werden dann indes in einen anderen Zoo gebracht. Dies geschieht im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP), dem der Zoo Basel angeschlossen ist.

Aus ihren Ställen hervorgekommen, zeigen sich jetzt auch die jungen Löwen häufig dem Publikum. Die drei Männchen Motshegetsi, Majo und Makani, zur Welt gekommen am 29. Mai und am 15. Juni, üben sich in der Aussenanlage spielerisch im Anschleichen, Anspringen, Beissen und anderem, was fürs Jagen nötig ist.

In freier Wildbahn frisst sich im Löwenrudel jeder selber satt, bevor er anderen etwas überlässt. Für Junge sind zudem grosse Tiere, die ihre Mutter geschlagen hat, zuweilen zu weit weg. Und während die Mutter jagt, sind sie oft schutzlos. Nicht alle Jungtiere überleben daher, wie Kuratorin Friederike von Houwald sagte.

Im Zoo Basel gibt es jedoch genug Futter, sodass beim gemeinsamen Mahl als Einziger noch der Löwenvater das Meiste für sich beansprucht. Damit die Jungen nicht darben, lassen die Tierpfleger sie oft getrennt vom Vater fressen. Wenn möglich erhalten Raubtiere im Zoo ein halbes Rind, eine tote Ziege, Hühner oder Kaninchen.

Die Tiere fressen das Beutetier samt Haut, Haar und Hufen. Nur so können sie alles aufnehmen, was sie für ihre Gesundheit brauchen, wie etwa Kalzium, Phosphor und Vitamin A. Der Zoo Basel kann seinen Raubtieren aber nicht immer diese sogenannte Ganzkörperfütterung bieten, sodass er auch Fleisch mit Mineralstoffen anreichert.

Der Zoo Basel engagiert sich für Löwen und Schneeleoparden auch in freier Natur. In Afrika leben noch etwa 20’000 Löwen, in Asien noch 4000 bis 6000 Schneeleoparden. Ihr Lebensraum wird jedoch kleiner, und sie geraten mit der lokalen Bevölkerung in Konflikt. Der Zoo unterstützt daher Schutzorganisationen in Kenya und Zentralasien.

(SDA)


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