Junge Thuner mit defensiven Mängeln

Der FC Thun und Trainer Jeff Saibene wollen weg vom letzten Platz
Der FC Thun und Trainer Jeff Saibene wollen weg vom letzten Platz © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
Mit den Spielen Thun – Grasshoppers und Lausanne-Sport – St. Gallen wird heute die 4. Runde der Super League abgeschlossen. Thun will mit dem ersten Saisonsieg weg vom letzten Platz.

Ein Blick auf die Statistik-Blätter zeigt rasch auf, weshalb der FC Thun nach drei Runden als einziges Team der Super League ohne Sieg da steht und auf dem letzten Platz klassiert ist. Die Berner Oberländer haben schon neun Gegentore kassiert. In den letzten beiden Partien gegen Lausanne und die Young Boys geriet Thun schon in den ersten zehn Minuten in Rückstand – am Ende hatte man jeweils vier Tore hinnehmen müssen.

Das Defizit lässt sich auch an den personellen Problemen festmachen. Die Thuner müssen in der Abwehr auf mehrere junge und unerfahrene Spieler zurückgreifen. Im Derby gegen YB bildeten nach dem Ausfall von Abwehrchef Thomas Reinmann die beiden Teenager Sandro Lauper (19) und Ayrton Ribeiro (18) die Innenverteidigung. Für Ribeiro war es das Super-League-Debüt, Lauper hat auch erst acht Einsätze in der höchsten Liga.

“Ich habe weiterhin das Vertrauen in meine Innenverteidigung. Das ist der Weg des FC Thun”, sagte Jeff Saibene vor dem heutigen Spiel gegen GC. Etwas anderes bleibt ihm auch nicht, denn die Berner Oberländer sind auch in anderen Mannschaftsteilen auf junge Spieler angewiesen. Gegen YB hatten sieben Spieler der Startformation Jahrgang 1992 oder jünger.

Im Gegensatz zu Saibene kann GC-Trainer Pierluigi Tami vor dem dritten Auswärtsspiel in Folge aus dem Vollen schöpfen (einzig Lucas Andersen ist fraglich). Doch auch die Grasshoppers treten in der 4. Runde nicht in Bestform an. Sie bestreiten in Thun bereits das achte Pflichtspiel seit dem Saisonauftakt vor knapp vier Wochen.

Bis jetzt haben sich die Zürcher die körperlichen Strapazen noch nicht zu sehr anmerken lassen. Im Europa-League-Spiel auf Zypern am vergangenen Donnerstag sorgten sie mit zwei Toren in den letzten 20 Minuten der Verlängerung für die Entscheidung und in St. Gallen wäre am letzten Sonntag aufgrund der starken Schlussminuten ein Remis nicht unverdient gewesen.

Im zweiten Spiel von heute strebt Aufsteiger Lausanne-Sport gegen St. Gallen den ersten Heimsieg an. Die Zufriedenheit ist bei den Westschweizern nach dem 3:1 vom letzten Samstag im Derby in Sitten gross. Das Team von Fabio Celestini erstaunte bisher mit seiner taktischen Reife. In einem flexiblen 3-4-3 überraschte es die Gegner bislang mit gutem Flügelspiel.

In den ersten drei Runden hat der frühere Internationale Celestini sein Potenzial als Trainer angedeutet. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich der mit vielen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs zusammengestellte Aufsteiger nach dem geglückten Saisonstart in den nächsten Wochen präsentieren wird.

(SDA)


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