Wieder Messer-Attacken in Jerusalem – Beide Angreifer erschossen

Ein israelischer Polizist feuert bei den Zusammenstössen im Flüchtlingscamp von Schuafat Tränengas ab
Ein israelischer Polizist feuert bei den Zusammenstössen im Flüchtlingscamp von Schuafat Tränengas ab © /AP/MAHMOUD ILLEAN
Bei zwei separaten Messerattacken sind am Samstag in Jerusalem fünf Israelis verletzt und die beiden Angreifer erschossen worden. Beide Anschläge erfolgten beim Damaskus-Tor am Eingang zur Altstadt.Zunächst hatte ein 16-jähriger Palästinenser zwei ältere Männer niedergestochen.

Wenige Stunden später verletzte ein weiterer Palästinenser drei israelische Polizisten mit Messerstichen. Das berichtete der israelische Fernsehsender Channel 2.

Sicherheitskräfte töteten die Attentäter jeweils auf der Stelle. Wegen ähnlicher Attacken in den vergangenen Tagen hat die Polizei ihre Präsenz am Damaskus-Tor massiv verschärft.

In den letzten anderthalb Wochen waren bei Schuss- und Messerattacken in Israel und den besetzten Gebieten vier Israelis getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die palästinensischen Angreifer wurden in fast allen Fällen getötet oder festgenommen.

Die neue Gewalt entzündete sich an Streitigkeiten um den Zugang zum Tempelberg-Plateau in der Altstadt von Jerusalem. Die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, die sich dort befinden, sind wichtige Heiligtümer der Muslime. Im israelisch besetzten Westjordanland und an der Grenze des besetzten Gazastreifens kam es auch am Samstag wegen dieses Streits zu Protestkundgebungen.

In Ost-Jerusalem wurde in der Nacht auf Samstag ein 22-jähriger Palästinenser bei Zusammenstössen mit israelischen Sicherheitskräften im Flüchtlingscamp von Schuafat erschossen. Dies teilten palästinensische Rettungskräfte mit. Auch die israelische Polizei bestätigte den Tod des Palästinensers.

Jugendliche hatten einen Armeekontrollpunkt mit Steinen und Brandsätzen angegriffen. Die Israelis trieben die Menge unter Einsatz von Schusswaffen zurück.

Im Gazastreifen verstarb ein Palästinenser am Samstag, nachdem bei schweren Zusammenstössen am Freitag an der Grenze zu Israel israelische Soldaten auf ihn geschossen hatten. Damit stieg die Zahl der Toten bei diesen Zusammenstössen auf sieben, 145 Menschen wurden dabei nach Angaben der Rettungskräfte im Gazastreifen verletzt.

Nach Angaben der israelischen Armee hatten etwa 200 Palästinenser Steine auf die israelischen Einsatzkräfte geworfen und Reifen in Brand gesetzt. Die Einsatzkräfte hätten daraufhin auf die Anführer der Proteste geschossen. Über 60 Palästinenser wurden ausserdem verletzt. Auch am Samstag demonstrierten Palästinenser an der schwer befestigten Grenzanlage.

In der Nacht zum Samstag ging eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete nach Militärangaben im Süden Israels nieder. Das Geschoss schlug auf unbewohntem Gebiet ein, verletzt wurde niemand. Zwei weitere Raketen, die abgefeuert wurden, detonierten nach dem Start noch im Gazastreifen selbst. Das Militär verlegte eine Batterie des Raketenabwehrsystems “Eisenkuppel” in die südliche Stadt Beerschewa.

(SDA)


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