Jungpolitiker machen Vorschläge für neue AHV-Reform

Nachdenken, debattieren, zuhören, gestalten: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendsession im Nationalratssaal.
Nachdenken, debattieren, zuhören, gestalten: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendsession im Nationalratssaal. © KEYSTONE/PETER KLAUNZER
In Bern ist am Sonntag die Jugendsession zu Ende gegangen. Die Jungpolitiker und -politikerinnen befassten sich unter anderem mit einer nächsten AHV-Revision und mit den Gesundheitskosten.

Zwei Arbeitsgruppen diskutierten über Pensionsalter und Renten sowie über die künftige Finanzierung der Renten, wie die Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) in ihrer Schlussbilanz vom Sonntag schrieb.

Die Flexibilisierung des Rentenalters und die schrittweise Erhöhung des Frauen-Rentenalters von 64 auf 65 Jahre legen die Jungpolitiker als Vorschläge auf den Tisch. Als Ausgleich auf die Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern ist eine Rentenerhöhung vorgesehen.

Eine zweite Gruppe brachte für die künftige Finanzierung der Renten eine überarbeitete Mehrwertsteuer ins Spiel. Für Güter des täglichen Bedarfs wie etwa Toilettenpapier wollen die Jungpolitiker weniger Mehrwertsteuer erheben. Im Gegenzug sollen beispielsweise Luxusuhren höher besteuert werden als heute mit dem Mehrwertsteuer-Normalsatz.

Gesundheitskosten waren ein weiteres Thema. «Provisionsläckerli stoppen», lautet die Forderung dazu. Zuwendungen jeglicher Art von Pharmaunternehmen an Ärzte sollen untersagt werden. Solche Geschenke ermutigten Ärzte, Originalpräparate statt Generika zu verschreiben. Mit mehr verschriebenen Generika könnten die Kosten gesenkt werden.

Ihre Forderungen übergaben die Jugendlichen Dominique de Buman (CVP/FR), dem ersten Vizepräsidenten des Nationalrates.

Am Samstag – zu Beginn des zweitägigen Plenums im Nationalratssaal – hatten die jungen Politiker und Politikerinnen Besuch von Bundespräsidentin Doris Leuthard erhalten. Sie hatten zudem Gelegenheit, der Verkehrsministerin Fragen zu stellen.

Leuthard forderte von den jungen Menschen Engagement: «Es braucht das Engagement der Jungen, damit die nötigen Reformen für die Zukunft umgesetzt werden können», sagte Leuthard, wie ihr Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) über den Kurznachrichtendienst Twitter meldete.

Den Berner Nationalrat und GLP-Präsidenten Jürg Grossen ehrte die Jugendsession mit dem Prix Jeunesse. Grund der Auszeichnung war Grossens Einsatz für die Arbeitsgruppe Pendlerströme im Rahmen der Jugendsession des Jahres 2016.

Die Jugendsession gibt es seit 1991. 200 Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren nehmen jeweils die Gelegenheit wahr, während vier Tagen Bundeshausluft zu schnuppern und selber die Zukunft der Schweiz mitzugestalten.

(SDA)


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