Kämpfe in Aleppo gehen trotz angekündigter Waffenruhe weiter

In Aleppo wird trotz angekündigter Feuerpause weitergekämpft. (Archivbild)
In Aleppo wird trotz angekündigter Feuerpause weitergekämpft. (Archivbild) © Keystone/AP Al-Nusra Front Twitter Page/UNCREDITED
Die Kämpfe in Aleppo gehen trotz einer von Russland angekündigten Feuerpause weiter. Mehrere Male nach dem eigentlichen Start der Waffenruhe um 10.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr/MESZ) schlugen Granaten in den Rebellengebieten Aleppos ein.

Die im englischen Coventry ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Beschuss. Moskau hatte am Mittwoch angekündigt, ab Donnerstag würden jeweils von 10.00 bis 13.00 Uhr Ortszeit (09.00 und 12.00 Uhr MESZ) alle Kämpfe sowie Artillerie- oder Luftangriffe eingestellt.

Aleppo gilt als das am heftigsten umkämpfte Schlachtfeld im syrischen Bürgerkrieg. Die Stadt ist zwischen dem Regime und verschiedenen Rebellengruppen aufgeteilt.

Bei einem Gasangriff in Aleppo wurden nach Angaben eines Spitals mindestens vier Menschen getötet. Weitere 55 hätten Verletzungen der Atemwege erlitten, sagte der Chef des Al-Kuds-Hospitals, Hamsa Chatib, der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Behälter mit dem Gas, bei dem es sich vermutlich um Chlor handle, seien am Mittwoch zusammen mit Fassbomben über einem Viertel der Stadt abgeworfen worden. Chatib sagte, er habe Kleidungsstücke und Bombenteile als Beweismittel aufgehoben.

Der Syrische Zivilschutz, ein Rettungsdienst aus Freiwilligen, verzeichnete nach eigenen Angaben drei Tote und 22 Verletzte durch einen Gasangriff auf das Viertel Subdija in dem Teil Aleppos, der unter Kontrolle der Rebellen ist. Auch die Helfer gingen davon aus, dass es sich um Chlor handle, sagte die Gruppe der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete von Helikoptern, die Fassbomben abgeworfen hätten. Eine Mutter und ihr Kind seien erstickt.

Bei russischen Luftangriffen auf die IS-Hochburg Rakka im Nordosten Syriens wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 30 Menschen getötet. Mindestens 70 weitere seien verletzt worden, als Kampfflugzeuge am Donnerstag die Stadt und ihre Umgebung bombardiert hätten, hiess es weiter. Demnach waren unter den Opfern sowohl Zivilisten als auch Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Den Angaben zufolge flog die russische Luftwaffe zehn Angriffe. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten in Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte, sechs Flugzeuge vom Typ Tupolew seien im Einsatz gewesen. Dabei seien eine Fabrik für Chemiewaffen nordwestlich von Rakka, ein Waffenlager und ein Trainingslager für IS-Kämpfer im Norden und Südosten zerstört worden.

Den Dschihadisten sei “erheblicher materieller Schaden” zugefügt worden, hiess es weiter aus Moskau. Zudem seien “zahlreiche” Kämpfer getötet worden.

(SDA)


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