Kängurus sind umweltfreundlicher als Kühe

Kängurus stossen deutlich weniger Methangas aus, als Wiederkäuer wie Kühe und Schafe. (Archivbild)
Kängurus stossen deutlich weniger Methangas aus, als Wiederkäuer wie Kühe und Schafe. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/MARK GRAHAM
Kängurus stossen weniger umweltschädliches Methangas aus, als Kühe und Schafe. Der Grund ist: Sie verdauen schneller. Forschende versuchen nun, schneller verdauende Wiederkäuer herauszuzüchten.

Wiederkäuer wie Kühe oder Schafe sind bekannt dafür, dass sie viel Methangas ausstossen. Rund 20 Prozent der weltweiten Methangasemissionen stammen heute von Wiederkäuern, wie die Universität Zürich am Mittwoch mitteilte. Wird das Gas in die Atmosphäre freigesetzt, fördert es den Treibhauseffekt und trägt zur globalen Klimaerwärmung bei.

Methangas entsteht laut Mitteilung im Vormagen der Wiederkäuer, während Bakterien die Pflanzenfasern zersetzen. Wie Wiederkäuer besitzen auch Kängurus einen Vormagen. Und auch dort entsteht bei der Pflanzenzersetzung Methan. Allerdings stossen die Kängurus – gemessen an der Körpergrösse – deutlich weniger davon aus als Kühe und Schafe.

Bisher habe man angenommen, dass eine unterschiedliche Darmflora der Grund dafür sei, heisst es in der Mitteilung. Nun hätten Forschende der Universität und der ETH Zürich sowie der australischen Universität Wollongong einen anderen Grund gefunden.

Sie erklären die geringere Gasproduktion damit, dass Kängurus schneller verdauen als Kühe. Die Pflanzennahrung ist also weniger lange den zersetzenden Bakterien ausgesetzt. Publiziert sind die Forschungsergebnisse in der jüngsten Ausgabe des US-Wissenschaftsmagazins Journal of Experimental Biology.

Schon seit mehreren Jahren arbeite man an diesen Studien, sagte Marcus Clauss von der Uni Zürich, zur Nachrichtenagentur sda. Clauss leitete das Forschungsteam in Zürich.

“Die Arbeit geht auf jeden Fall weiter”, sagte er. In Neuseeland seien Forschende schon seit fünf, sechs Jahren daran, Schafe und Rinder unter dem Aspekt des geringeren Methanausstosses zu züchten.

Auch an der ETH Zürich laufe zur Zeit ein Forschungsprojekt in diese Richtung. Noch müsse man aber Zusammenhänge von Methanbildung und anderen Merkmalen herausfinden. Es komme ja vor, dass ein Erfolg auf der einen Seite auf der anderen eine unerwünschte Wirkung nach sich ziehe, sagte Clauss.

(SDA)


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