Käsefreunde sind schlanker

Ottmar Hitzfeld und Sepp Blatter: Diesen Männern kann man trauen, die wissen, dass Käse gesund ist.
Ottmar Hitzfeld und Sepp Blatter: Diesen Männern kann man trauen, die wissen, dass Käse gesund ist. © KEYSTONE/Jean-Christophe Bott
Ja, ihr habt richtig gelesen. Menschen, die für ihr Leben gerne Käse essen, sind tendenziell schlanker als ihre käse-verschmähenden Artgenossen. Wer kommt auf diese These? Klar, eine Studie. 


Appenzeller, Camembert, Brie, Gorgonzola, Parmesan und Feta. Das ist nur eine kleine Auswahl an milchbasierter, langgereifter, geschmacksintensiver Glückseligkeit. Dem Käse wird gar eine ähnlich hohe Abhängigkeitsrate wie dem Heroin nachgesagt. So unglaublich stark ist die Anziehung des Käses auf gewisse Menschen.

Das Problem des Käses war und ist immer noch: Er gilt als nicht sonderlich gesund. Eine neue Studie des University College Dublin hat jetzt aber herausgefunden, dass Käse gesünder ist als bisher angenommen. Oder zumindest nicht ganz so ungesund. Das Resultat der Studie lässt darauf schliessen, dass Personen, die einen Haufen Käse essen dünner sind, als Menschen die darauf verzichten, oder auf fettreduzierte Alternativprodukte zurückgreifen. Und es kommt noch besser: Sogar der Cholesterinspiegel erhöhte sich bei den Käsefreunden nicht.

Überraschende Erkenntnis

Laut dem «Independent» erforschten die Wissenschaftler die Auswirkungen des Konsums von Milchprodukten. Dazu gehören selbstverständlich Milch, Käse, Joghurt, Butter und Rahm. Herhalten mussten 1’500 Probanden im Alter zwischen 18 und 90 Jahre.

Die überraschende Erkenntnis: Die Teilnehmer der Studie, die am meisten Milchprodukte essen, schlürfen oder trinken wiesen am Schluss den niedrigsten BMI (Body Mass Index), einen tieferen Körperfettanteil, schlankere Taillen (ja wirklich!) und einen tieferen Blutdruck auf. Damit nicht genug: Teilnehmer, die fettreduzierte Milchprodukte konsumierten, tendierten dagegen zu einem höheren Cholesterinspiegel.

Natürlich lässt sich daraus nicht direkt schliessen, dass Käse dünn macht (das wäre auch zu schön gewesen), aber wenigstens wird das Gewissen, nach dem käsereichen Winter, ein wenig beruhigt.

Die Medizin hat wohl keine Freude

Die neue Studie beisst sich auch mit modernen, geltenden Gesundheitsanweisungen. Diese warnen vor dem Konsum von zu vielen gesättigten Fettsäuren (wo findet man die? Genau, im Käse). Mit einem moderaten Konsum von gesättigten Fettsäuren soll der Cholesterinspiegel auf einem niedrigen Stand gehalten werden. Viel Cholesterin wird in der Medizin mit Herzattacken oder Schlaganfällen eng in Verbindung gebracht.

Es gibt allerdings wissenschaftliche Stimmen aus verschiedenen Ländern, die genau das in Frage stellen. Gesättigte Fettsäuren würden den Cholesterin-Spiegel nicht in die Höhe treiben, heisst es. Die Käse-Studie aus England wird den Pro-Käse-Forschern Rückenwind geben.

Bevor ihr euch jetzt in die nächstbeste Käserei stürzt: Natürlich sind ein ausgewogener Menuplan und genügend Bewegung Voraussetzung, um sich schamlos mit Käse vollzustopfen, ohne zuzunehmen.

(saz)


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