Kamber im März 2018 nicht mehr Direktor von Antidoping Schweiz

Mit Matthias Kamber scheidet 2018 ein profilierter Dopingspezialist aus der nationalen Antidoping-Agentur aus
Mit Matthias Kamber scheidet 2018 ein profilierter Dopingspezialist aus der nationalen Antidoping-Agentur aus © KEYSTONE/LUKAS LEHMANN

Matthias Kamber, ein weltweit anerkannter Kämpfer gegen Doping, bleibt noch bis Ende Februar 2018 im Amt und wird danach seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin einige Monate mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Corinne Schmidhauser, die Stiftungsratspräsidentin von Antidoping Schweiz, betonte, dass dieses Vorgehen zusammen mit Kamber gewählt wurde, um eine geordnete Nachfolgeregelung zu ermöglichen. Diese Darstellung bestätigte Kamber im Tagesgespräch auf Radio SRF 1. Er komme ins Pensionsalter und wolle sich nochmals neuen Aufgaben zuwenden.

Kamber wehrte sich gegen den Eindruck, dass er seinen Posten aus Frust hinwerfe. Der 63-Jährige machte in den letzten Monaten keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über den Umgang mit dem Dopingskandal in Russland. Einerseits habe Russland seine Fehler nie eingestanden, andererseits habe der Sport versagt, weil er Russland zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zugelassen habe. «Der Sport sendete ein zu schwaches Signal aus», betonte er im Radiogespräch. Auch mit der seiner Ansicht nach zu geringen finanziellen Unterstützung von Antidoping Schweiz ist er nicht einverstanden.

Kamber ist seit Sommer 2008 der erste Direktor der Schweizer Antidoping-Stelle. Zuvor hatte der promovierte Chemiker unter anderem im Bundesamt für Sport den Fachbereich Doping geleitet. Kamber ist seit 30 Jahren im Kampf gegen Doping engagiert. Er startete seine Laufbahn im Labor und ist weltweit einer der wenigen Direktoren, die auch über fundiertes Fachwissen verfügen. Er gilt als Mister Antidoping Schweiz, weil er alle Facetten kennt.

Kamber unterstrich erneut, wie wichtig der Kampf gegen Doping sei. «Wir liefern die Rückversicherung für den Sport», hielt er fest. Wenn das Vertrauen in den Sport wegen der Dopingskandale verloren gehe, würden die Eltern ihre Kinder nicht mehr ins Training schicken. Er sei überzeugt, dass der Spitzensport in der Schweiz dank der Dopingkontrollen grossenteils sauber sei.

In Zukunft gehe es darum, den Kampf gegen Doping unabhängiger zu machen. Unabhängiger von Staaten und Verbänden. Das Gewicht müsse bei den unabhängigen nationalen und internationalen Agenturen liegen und nicht bei Sportverbänden oder Staaten.

(SDA)


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