Kampf der Städte gegen Littering offenbar erfolgreich

Im Dreck liegt sich nicht so gut: Littering kostet die Allgemeinheit viel Geld. (Symbolbild)
Im Dreck liegt sich nicht so gut: Littering kostet die Allgemeinheit viel Geld. (Symbolbild) © /KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA BELLA
Während die Bevölkerung wächst und der öffentliche Raum immer mehr genutzt wird, bleibt die Lage beim Littering in etwa gleich. Die IG saubere Umwelt führt dies auf die Anti-Littering-Strategien der Städte zurück, die offensichtlich ihre Wirkung entfalten.

“Fakt ist aber auch, dass sich die Bevölkerung durch Littering stark gestört fühlt und dass die Anti-Littering-Massnahmen weitergeführt werden müssen”, teilte die IG saubere Umwelt (IGSU) am Mittwoch mit. Zu diesem Schluss kommt sie nach einer Umfrage bei 1580 Passantinnen und Passanten.

In den Nullerjahren habe sich das Freizeitverhalten verändert, der Unterwegskonsum habe in den letzten zehn Jahren um 25 Prozent zugenommen, und die Bevölkerungszahlen seien gestiegen. Viele Städte hätten jedoch erst mit Verzögerung auf diese Veränderungen reagiert.

Heute gebe es aber zahlreiche Städte, die mit verschiedenen Massnahmen dem Littering Herr zu werden versuchen – mit ersten Erfolgen, wie die IGSU mit Verweis auf ihre Umfrage mitteilte. Die befragten Passantinnen und Passanten beurteilten die Littering-Situation aus ihrer subjektiven Wahrnehmung mehrheitlich als gleichbleibend.

Die Städte Basel, Luzern, Zug und Zürich bestätigen diese Einschätzungen. Rolf Stocker, Leiter Unterhalt Betrieb vom Strasseninspektorat Luzern, bezeichnet in der Mitteilung die Stagnation bei der Litteringmenge in Anbetracht des zunehmenden Nutzungsdrucks auf den öffentlichen Raum bereits als positiv.

Gewirkt hätten vor allem die Sensibilisierungskampagnen “Luzern glänzt”, das “Putztüüfeli” und die vermehrte Polizeipräsenz an strategisch wichtigen Orten. Zürich hingegen setzt auf hohe Reinigungsleistungen. “Dreckige Strassen ziehen erwiesenermassen weitere Verunreinigungen an”, wird Niels Michel, Fachleiter für Dialog und Präsenz der Zürcher Stadtreinigung, zitiert.

In Basel lässt sich der Erfolg der Anti-Litteringmassnahmen gar messen: Seit 2010 wird in der Rheinstadt die Sauberkeit systematisch erfasst. Und diese hat sich seither verbessert. Basel wendet ein 5-Säulen-Modell an, das Sensibilisierung, Reinigung, Repression, saubere Veranstaltungen mit Mehrweggeschirr und Einbezug des Gewerbes umfasst.

Generell sind sich die Experten einig, dass ein Mix aus Massnahmen zum Erfolg führt. Die zentralen Elemente sind der Ausbau und die Pflege der Infrastruktur, die Sensibilisierung der Konsumentinnen und Konsumenten sowie Repression in Form von Bussen und erhöhter Präsenz von Polizei oder Reinigungspersonal.

Ergänzend werden die Städte von der IGSU unterstützt, die mit Botschafter-Teams “die Passantinnen und Passanten auf witzige und charmante Art und Weise zu einer korrekten Entsorgung ihrer Abfälle motivieren”. Jedes Jahr leisteten die Teams 16’000 Stunden Sensibilisierungsarbeit – auch an Schulen.

Zurücklehnen können sich die Verantwortlichen nicht: “Ich vergleiche unsere Arbeit mit Armdrücken: Wir schaffen es heute, dem Problem entgegenzuwirken, dürfen aber in unseren Bemühungen nicht nachlassen”, wird Roger Naef, Fachspezialist Littering bei der Stadt Zug, in der Mitteilung zitiert.

Nach wie vor werde zu viel gelittert; das Problem bleibe bestehen, bilanziert die IGSU. In der Wahrnehmung der Bevölkerung sei es keine entscheidende Verbesserung, “wenn statt zehn ‘nur’ noch sieben Verpackungen auf einer Wiese herumliegen”.

(SDA)


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