Kampf gegen die Kirschessigfliege zeigt Wirkung

Die Fruchtfliege Drosophila suzukii kann bei für sie günstigen Wetterbedingungen grosse Schäden anrichten (Archivbild).
Die Fruchtfliege Drosophila suzukii kann bei für sie günstigen Wetterbedingungen grosse Schäden anrichten (Archivbild). © Keystone/EPA/FREDRIK VON ERICHSEN
Die Kirschessigfliege Drosophila suzukii hat dieses Jahr im Beerenanbau weniger Schäden angerichtet als 2014. Als Grund dafür nennt Agroscope neue Bekämpfungsstrategien und die hohen Sommertemperaturen.

Die 2011 erstmals in der Schweiz nachgewiesene Drosophila suzukii hatte 2014 grosse Schäden verursacht. Die Wetterbedingungen mit einem milden Winter, einem feuchten Sommer und gemässigten Temperaturen spielten dabei eine entscheidende Rolle.

Anfang 2015 herrschte deshalb grosse Besorgnis, denn die Population der Kirschessigfliege war fünfmal grösser als Anfang 2014. Deshalb lancierte das landwirtschaftliche Forschungszentrum Agroscope in allen Kantonen eine strenge Überwachungskampagne.

Anhand von Merkblättern und monatlichen Newslettern wurde die Branche über die aktuelle Situation informiert. Die Ernteabstände wurden verkürzt. Beschädigte oder überreife Früchte wurden entsorgt und nicht mehr auf dem Boden liegen gelassen.

Sobald der Schädling in einer Region oder auf einem Betrieb nachgewiesen wurde, wurden Bekämpfungsmassnahmen ergriffen in Form von Netzen oder Massenfallen. Die Hygienemassnahmen seien weitgehend befolgt worden, teilte Agroscope am Donnerstag mit.

Mitentscheidend dafür, dass die Kirschessigfliege dieses Jahr in der Schweiz weniger Schäden anrichten konnte, war auch der heisse Sommer. Der Schädling ist gemäss Agroscope empfindlich auf Hitze und Trockenheit und zog sich daher an schattige und feuchte Orte zurück.

Die Gefahr ist aber nach wie vor latent. Die Populationen sind nach Einschätzung der Experten Ende dieses Jahre immer noch gross, beschränken sich aber hauptsächlich auf feuchte Gebiete. Der bevorstehende Winter wird Hinweise liefern, was 2016 erwartet werden muss.

Ein milder und feuchter Winter erlaubt es einer grösseren Population zu überwintern und im Frühling ab Anfang der Vegetationsperiode präsent zu sein. Kalte Winter dezimieren hingegen die Population stark und verzögern die Entwicklung des Schädlings im Frühling.

(SDA)


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