Kann Blutspende Conchitas Leben retten?

Eine tierische Blutspende soll helfen, damit es der Ziege Conchita bald wieder besser geht.
Eine tierische Blutspende soll helfen, damit es der Ziege Conchita bald wieder besser geht. © facebook.com/Verein Gnadenhof Luna
Nicht nur Menschen, sondern auch Tiere können Blut spenden. Auf so eine Spende ist nun die Ziegendame Conchita vom Gnadenhof Luna im Weisstannental angewiesen.

Conchita geht es schlecht. An was genau das liegt, ist momentan noch unklar. Eine Sepsis, Blutmangel oder schlechte Nierenwerte könnten laut Theresia Seyffert vom Gnadenhof Luna in Schwendi (SG) die Ursachen sein. Klar ist: Conchita braucht Blut. Dafür werden die Ziegen Mameli und Müsli ihrer Freundin als Spenderinnen dienen.

Save Conchita

«Sie hat einfach nicht mehr gefressen», sagt Ziegen-Mami Seyffert. Zuerst habe man versucht die Ziegendame Conchita mit Hausmittelchen aufzupeppeln. Auch der darauffolgende Besuch beim Tierarzt in Chur schlug nicht an, worauf die Ziege nach Zürich gebracht wurde. Die vorläufige Diagnose: Blutarmut, schlechte Nierenwerte. Die Ursache: Unklar. Sicher war, Conchita braucht Blut und das so schnell wie möglich. Über Facebook startete Seyffert einen Aufruf um mögliche Spenderziegen zu finden – mit Erfolg. Ein anderer Gnadenhof stellte zwei Ziegendamen zur Verfügung. Das Prozedere sei ähnlich wie beim Menschen. Über eine Infusion wird das Spenderblut abgezapft und weitergegeben. «Die beiden Spenderziegen waren nicht so begeistert von der Situation. Doch als sie gemerkt haben, dass ihre Freundin Conchita nebenan ist, haben sie sich beruhigt», sagt Seyffert.

Hauptspender Hund und Katz

Für den Gnadenhof Luna ist es das erste Mal, dass bei einem Tier eine Bluttransfusion durchgeführt werden muss. Allerdings sind die tierischen Spender keine Neuheit. Vor allem Hunde und Katzen halten des Öfteren für ihre leidenden Artgenossen als Spender hin. Dafür müssen sie – wie auch der Mensch – gewisse Kriterien erfüllen. So müssen Hunde beispielsweise mindestens 30 Kilo schwer und ein Jahr alt sein. Ausserdem sollten die Tiere keine Angst haben, um eine Transfusion ohne Betäubung durchzuführen. Bei Katzen wird das Prozedere schon etwas schwieriger. Anders als bei Hunden gibt es bei Katzen keine Universalspender, was eine Blutgruppenbestimmung im Voraus unumgänglich macht. Ausserdem gelten Katzen eher als unkooperativ, was in den meisten Fällen eine Betäubung voraussetzt. Auch die Ziegen Mameli und Müsli mussten gewisse Kriterien erfüllen. Vor allem die Grösse und der allgemeine Gesundheitszustand waren ausschlaggebend. Allerdings reagieren die Ziegen eher unproblematisch auf eine falsche Blutgruppe.

«Sie hat sicher Heimweh»

Der Aufwand für die tierische Blutspende ist riesig, sagt Seyffert: «Wir haben noch keine Ahnung, was da auf uns zukommt. Wir können aber auch nicht einfach nichts machen.» Von der Behandlung erhofft man sich eine vollständige Genesung Conchitas. «Es würde uns furchtbar traurig machen, wenn wir sie nicht mehr mit nach Hause nehmen könnten.» Ein erster Lichtblick: «Mittlerweile hat Conchita schon ein bisschen gefressen und wir konnten mit ihr schmusen.» Theresia Seyffert hofft, dass Conchita und ihre beiden Spenderinnen bald wieder in den heimischen Stall zurückkehren dürfen. Eine Extraportion Stroh ist den Ziegendamen sicher.

(dab)


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