Kanton ratlos: Wohin mit den Flüchtlingen?

Flüchtlinge werden übergangsmässig in Zivilschutzanlagen untergebracht (Symbolbild).
Flüchtlinge werden übergangsmässig in Zivilschutzanlagen untergebracht (Symbolbild). © Tagblatt/Urs Bucher
Die Unterbringung von Flüchtlingen ist im Kanton St.Gallen ein brenzliges Thema. Amden sorgt regelmässig für Schlagzeilen. Nun schliesst eine provisorische Herberge in St.Gallenkappel: 100 Flüchtlinge müssen bis Ende Woche die Zivilschutzanlage verlassen. Doch wohin sie gehen können, ist offen.

Nur noch wenige Tage bleiben bis zum 31. Januar. Dann laufen die Verträge mit der Zivilschutzanlage St.Gallenkappel aus, und die hundert Flüchtlinge müssen irgendwo anders untergebracht werden. “Wir halten uns ans Wort”, sagt Urs Weber, Leiter der Abteilung Asyl des Migrationsamtes St.Gallen. Er ist gleichzeitig der Asylkoordinator für den Kanton. “Man hat diese provisorische Übergangslösung so mit der Bevölkerung abgemacht, und dabei bleibt es”, sagt er.

Die Frage ist nur: Wohin mit den hundert Menschen? “Wir sind massiv auf der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten”, erklärt Weber. Diese Suche gestaltet sich als äusserst schwierig. “Die Gemeinden sind im Moment nicht in der Lage, diese Menschen aufzunehmen”. Es sei jedoch schon lange bekannt gewesen, dass diese Anlage nach vier Monaten schliessen werde.

Einfache Grundbedingungen

Die Bedingungen für eine Asyl-Unterkunft sind einfach. “Es eignen sich natürlich Grossunterkünfte wie Zivilschutzanlagen, leerstehende Hotels oder Heime. Was für uns im Kanton St.Gallen wichtig ist, ist die Voraussetzung, dass es oberirdisch einen Aufenthaltsraum gibt, wenn unterirdische Räume genutzt werden.” Es müssten vor allem auch genugend sanitäre Anlagen vorhanden sein.

“Gemeinden und Kanton sind gefordert”

Was passiert, wenn nichts gefunden bis Ende Woche wird, kann Weber nicht beurteilen. “Die Gemeinden und der Kanton sind gefordert”, meint er dazu. Er werde für seinen Teil alles in Bewegung setzen, damit Plätze gefunden werden. (lak)

 


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