Kanton Solothurn ernennt neuen “Retter” seiner Hauptstadt

In blauer Windjacke: Der neue Träger des rot-weissen Ehrenkleids heisst Hanspeter Roth. Der 65-Jährige erfüllt alle Bedingungen für den traditionsreichen Ehrenjob, der an eine alten Sage über die Rettung der Stadt Solothurn erinnert.
In blauer Windjacke: Der neue Träger des rot-weissen Ehrenkleids heisst Hanspeter Roth. Der 65-Jährige erfüllt alle Bedingungen für den traditionsreichen Ehrenjob, der an eine alten Sage über die Rettung der Stadt Solothurn erinnert. © Handout Staatskanzlei Solothurn
Die Würfel für die Vergabe eines Ehrenjobs im Kanton Solothurn sind gefallen. Der Regierungsrat ernannte Hanspeter Roth zum neuen Träger des Hans-Roth-Ehrenkleides, das an eine 600 Jahre alte Sage über die Rettung der Stadt Solothurn erinnert.

Der 65-jährige Hanspeter Roth aus Langendorf ist der 63. Nachfolger des Hans Roth, der die Stadt 1382 vor dem drohenden Überfall der Kyburger gewarnt und damit gerettet hatte. “Eine historische Solothurner Tradition lebt weiter”, teilte der Regierungsrat am Mittwoch mit.

Hanspeter Roth lernte Maschinenzeichner und war die letzten acht Jahre vor seiner Pensionierung Mitarbeiter eines Gemeindewerkhofs. Bereits Roths Grossvater war 1983 Ehrenkleidträger gewesen.

Der Träger des Ehrenkleids nimmt jeweils an bestimmten Repräsentationsanlässen des Kantons teil. Der Regierungsrat richtet für diese Arbeit eine symbolische Pension von 1000 Franken pro Jahr aus.

Er hatte den speziellen Job im Februar im Amtsblatt ausgeschrieben. Die Bewerber mussten nachweisen, dass bereits einer ihrer Vorfahren das rot-weisse Kleid getragen hatte.

Eine weitere Bedingung war, dass die Bewerber “über eine gute Konstitution” verfügen. Hanspeter Roths direkter Vorgänger hatte das Amt 2008 im Alter von 80 Jahren angetreten und verstarb im vergangenen Herbst.

Seit 1538 werden Nachfolger der Familie Roth mit dem Ehrenkleid bedacht. Laut der Sage soll am 11. November 1382 der Bauer Hans Roth aus der heutigen Berner Gemeinde Rumisberg in einem Wirtshaus eine Gruppe um Rudolf von Kyburg belauscht haben.

Auf diese Weise erfuhr Roth, dass die Kyburger planten, die Stadt Solothurn zu überfallen. Der Bauer war jedoch entdeckt worden. Er musste versprechen, die Pläne für sich zu behalten. Das tat er nicht. Um falsche Spuren im Schnee zu hinterlassen, soll er die Schuhe verkehrt herum angezogen haben.

Beim heutigen Baslertor in der Stadt soll er alles einer Steinfigur erzählt haben. Die Wachmannschaft hörte dies und schlug Alarm. Der Angriff der Kyburger mit den verbündeten Habsburgern schlug fehl. Sie bemerkten, dass Solothurn gewarnt worden war.

(SDA)


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