Katars König verbrachte Weihnachten unfreiwillig in der Schweiz

Qatar Emir Sheik Tamim bin Hamad Al-Thani
Qatar Emir Sheik Tamim bin Hamad Al-Thani © AP Photo/Khalid Mohammed
Eine schöne Bescherung: Ausgerechnet an Weihnachten musste die Königsfamilie aus Katar in Zürich wegen eines medizinischen Notfalls notlanden. Das aber nicht nur einmal, sondern mit gleich drei Maschinen und zu einer Zeit, an welcher der Flughafen normalerweise für den Flugverkehr gesperrt ist.

Da staunte ein Tagesanzeiger-Leser aus Wil nicht schlecht, als er am Samstag bereits um 5 Uhr morgens geweckt wurde. Dies durch zwei nacheinander fliegende Jets. Beide Maschinen kamen aus Doha, der Hauptstadt Katars und gehören der Königsfamilie. Der erste Flieger landete bereits kurz nach Mitternacht in Zürich, wie der Tagesanzeiger herausfand.

Normalerweise darf man in Kloten erst nach sechs Uhr morgens landen. Wie Eva Oehry von der Betriebszentrale sagt, lagen diplomatische Bewilligungen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt vor. Es gebe einen medizinischen Notfall, hiess es.

War es ein Skiunfall?

Die Königsfamilie weilte zuvor in Marokko, genauer im Skiort Ifrane im Mittleren Atlasgebierge. Dort habe Katars König geweilt, nachdem er Eritreas Präsident Isayas Afewerki einen Besuch abgestattet hatte. Dies bevor er dann mit der ganzen Schar wegen eines Notfalls in die Schweiz flog. Der Vorfall dürfte nicht ganz harmlos sein; zwischen der Schweiz und Marokko entstand eine regelrechte Luftbrücke. Nach den drei Flugzeugen die in der Nacht auf Samstag landeten, folgten am Samstag und am Sonntag noch rund ein halbes Dutzend weitere Maschinen. Darunter auch ein Jumbo-Jet der Regierungsflotte.

Wo ist die Königsfamilie untergebracht?

Es wird darüber geschwiegen, wer von der Familie betroffen ist. Auch um welche Art medizinischen Notfall es sich handelt, kann niemand sagen. Es kann nur über den möglichen Unterbringungsort spekuliert werden. So kommt die Klinik Hirslanden in Frage. Diese verfügt über einen Bereich, der für Privatpatienten eingerichtet wurde und der einen Blick über See und Berge garantiert. Der Mediensprecher der Klinik kann aber über einen möglichen königlichen Patienten keine Auskunft geben, heisst es auf Anfrage des Tagesanzeigers.

Möglich wäre auch das Zürcher Unispital, doch auch dort wird keine Auskunft über Patienten erteilt.

Entführung Grund für Notfall?

Katar war vorletzte Woche zuletzt in die Schlagzeilen geraten, dies weil im Süden des Iraks über 20 Staatsangehörige auf einer Jagd-Safari entführt wurden. Darunter sollen sich laut Regierungsangaben, auch Mitglieder der Königsfamilie befunden haben.

(red)


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