“Kein Hardcore-Film”

Die Primarschule Grossacker im Fokus der Medien: Der Film ist rund 30 Sekunden lang. Es ist kein Geschlechtsverkehr darauf zu sehen.
Die Primarschule Grossacker im Fokus der Medien: Der Film ist rund 30 Sekunden lang. Es ist kein Geschlechtsverkehr darauf zu sehen. © Mareycke Frehner/Archiv
Der Kurzfilm, der im Schulhaus Grossacker kursierte, ist harmloser als angenommen. Unklar ist weiterhin, wer ihn gedreht hat und wer darauf zu sehen ist.

Was ist genau im St.Galler Primarschulhaus Grossacker passiert? Was ist auf dem Sex-Film zu sehen? Bislang steht fest, dass in einem Whats-App-Gruppenchat ein solcher verbreitet wurde. Erhalten haben diesen diverse Schüler der sechsten Klasse. Das hat die Schulleitung in einem Brief den Eltern mitgeteilt.

Die St.Galler Staatsanwaltschaft hat heute Details bekanntgegeben. „Ohne den Vorfall zu bagatellisieren – der Film ist harmloser als befürchtet“, sagt Mediensprecher Roman Dobler. „Es ist kein Hardcore-Kinderporno, in dem Jugendliche Geschlechtsverkehr vollziehen.“

Der Film sei 20 oder 30 Sekunden lang. Laut Dobler sind zwei bekleidete Buben zu sehen. Der eine macht mit dem Becken einen Hüftstoss. Er versuche „Analverkehr nachzustellen“, sagt Dobler. „Am Ende des Films ist ganz kurz das nicht erigierte Glied eines Buben zu sehen, das über dem Hosenbund herausragt.”

Die Staatsanwaltschaft kann derzeit nicht bestätigen, ob es sich tatsächlich um zwei Drittklässler handelt, wie es in den Medien heisst. Wer den Film wo gemacht habe und wer drauf zu sehen sei, werde derzeit von der Polizei in Zusammenarbeit mit der Jugendanwaltschaft abgeklärt.

Unklar ist auch, ob der Film den Tatbestand der Kinderpornographie erfüllt. Gemäss Dobler konzentriert sich der Film nicht auf den Genitalbereich. „Es liegt an der Jugendanwaltschaft zu definieren und zu urteilen, ob dieser Pornographie im Sinne des Gesetzes oder ob es ein Erotikfilm ist, der nicht strafbar ist.“

(red)


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