Kein Schweizer Pass für Kuhglocken-Gegnerin

Nancy Holten, die sich für das Abschaffen von Kuhglocken und dem Säulirennen einsetzt, bekommt kein rotes Büchlein. Die Niederländerin blitzt mit ihrem Einbürgerungsantrag zum zweiten Mal ab.

Nervös betrat Holten am Freitag den Saal, in dem die Gemeindeversammlung stattfand. «Ich habe seit Donnerstag praktisch nichts mehr essen können», sagt sie gegenüber der Aargauer Zeitung. Doch die Bewohner der Aargauischen Gemeinde Gipf-Oberfrick sind ihr nicht wohlgesinnt. Mit den Aktionen, die Holten unter anderem aus Protest gegen Glocken veranstaltet hat, hat sie viele Bürger verärgert. Ihre Wohngemeinde, Gipf-Oberfrick im Aargau, spricht sich gegen eine Einbürgerung von Nancy Holten aus.

Gemeindeammann Regine Leutwyler gibt der Niederländerin aber Hoffnung. Es gebe keine Einwände, die gegen eine Einbürgerung von Holten sprächen, sagte sie laut der Aargauer Zeitung. Daher würde, falls Holten Beschwerde einreichen würde, der Regierungsrat wohl für eine Einbürgerung von Nancy Holten stimmen.

Ein Bürger der Gemeinde meldet sich zu Wort und sagt: «Soll sie doch der Regierungsrat einbürgern. Dann war es nicht unser Entscheid», schreibt die Aargauer Zeitung. Nancy Holten will die Möglichkeit einer Beschwerde offenbar wahrnehmen. Somit steht ihr immernoch eine Tür offen, die ihr einen Schweizer Pass ermöglich würde.

Nancy Holten wurde schweizweit bekannt, als die Veganerin einen Protest gegen Kuhglocken startete. Ausserdem sprach sie sich dieses Jahr für die Abschaffung des Säulirennens an der Olma aus. Das sei Tierquälerei, findet die 42-Jährige.

(enf)


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