«Keine einzige Toilette im ganzen Zug»

Keine einzige Toilette war im Zug von Chur nach St.Gallen verfügbar. (Symbolbild)
Keine einzige Toilette war im Zug von Chur nach St.Gallen verfügbar. (Symbolbild) © (KEYSTONE/Karl Mathis)
Ein Zugspassagier schreibt auf Facebook, dass im Regioexpress zwischen Chur und St.Gallen keine einzige Toilette in Betrieb ist. Pendler seien der Verzweiflung nahe und suchten vergeblich eine Toilette. Bei der SBB geht man von einem Ausnahmefall aus und will rasch handeln.

«Sitze gerade im RE von Chur nach SG und ab Start sind alle Toiletten im Zug defekt und geschlossen – die Leute sitzen mit gekreuzten Beinen auf ihren Sitzen und die Unruhe nimmt zu – unglaublich, dass ein Zug am Startpunkt mit defekten Toiletten losfährt, wahrscheinlich findet die SBB, dass die Leute ihren Müll selber behalten sollen…», schreibt Martin Zahner auf Facebook. Er fuhr am Mittwochnachmittag von Chur nach St.Gallen und erlebte die Situation im Zug: «Die Leute laufen mit fragendem Blick im Zug herum und wissen nicht, wo sie ihre Notdurft verrichten sollen.» Er habe mehrere Leute angetroffen, die das gleiche Problem hatten, wie er: «Man kann nirgendwo aufs WC.»

SBB will rasch handeln

Bei den SBB will man rasch reagieren, heisst es auf Anfrage. «Das kann fast nicht sein – dabei muss es sich um einen äusserst seltenen Fall handeln», sagt Mediensprecher Daniele Pallecchi. Der Zug soll so rasch als möglich kontrolliert und allenfalls aus dem Verkehr genommen werden. Pallecchi geht davon aus, dass die Toiletten mutwillig versperrt wurden.

Kein Zugspersonal mehr auf dieser Strecke

Die SBB setzt auf der Strecke Chur – St.Gallen Doppelstockzüge des Typs RABe 511 ein. Darin finden 535 Passagiere einen Sitzplatz. In jedem Zug sind je zwei Toiletten vorhanden, wobei eine der beiden rollstuhlgängig ist. In den Zügen zwischen Chur und St.Gallen werden seit dem 9. Juni 2013 keine Zugsbegleiter mehr eingesetzt. Man hat diese damals gegen Überwachungskameras ersetzt. Diese Entscheidung wurde mehrfach kritisiert.

In solchen Fällen sollen die Passagiere die Hotline des Rail Service kontaktieren, hiess es bei den Bundesbahnen.

(rar)


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