Keine Hinweise auf Terror

Münchens Polizeichef Hubertus Andrä gibt den Medien Auskunft über das Blutbad in München und den Tatverdächtigen.
Münchens Polizeichef Hubertus Andrä gibt den Medien Auskunft über das Blutbad in München und den Tatverdächtigen. © KEYSTONE/EPA DPA/SVEN HOPPE
Die Polizei München hat am Samstagmittag zur Schiesserei informiert. Einen terroristischen Hintergrund schliesst sie aus. Der Todesschütze war ein Einzeltäter.

Münchens Polizeichef Hubertus Andrä sagte: “Der 18-jährige Täter ist in München geboren und aufgewachsen. Bei der Durchsuchung seines Zimmers haben wir keinerlei Anhaltspunkte auf den IS gefunden. Der Täter hat sich aber offenbar intensiv mit dem Thema Amok beschäftigt.” Es gab für die Tat keinen politischen Hintergrund.

Laut Polizei war der 18-Jährige in ärztlicher und psychologischer Behandlung. Dies wegen einer “Erkrankung aus dem depressiven Formenbereich”, was zu dieser Tat passe. Zum Motiv lässt sich aber weiterhin nichts sagen. Laut Polizei wird ein Zusammenhang mit dem Amoklauf des rechtsextremen Norwegers Anders Breivik untersucht. Gestern war der fünfte Jahrestag der Anschläge.

Die Polizei betonte bei der Pressekonferenz, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt habe. “Es gibt aus Sicherheitsgründen derzeit überhaupt keinen Grund, München nicht zu besuchen oder Veranstaltungen abzusagen”, sagte Andrä.

Bei der Schiesserei wurden zehn Menschen getötet, darunter der Amokläufer. 27 Menschen wurden verletzt, zehn davon schwer. Unter den Verletzten gebe es vier mit Schussverletzungen, sagte die Polizei.

Offenbar hatte eine Team der Polizei Kontakt mit dem Täter und einer der Polizisten habe auch auf den 18-Jährigen geschossen. Die Obduktion hat jedoch ergeben, dass der Täter nicht durch die Polizei getroffen wurde. Beim Täter wurde eine Pistole mit ausgefräster Seriennummer gefunden. Zudem hatte er ein grosses Arsenal – rund 300 Schuss – an Patronen bei sich.

(red.)


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