KESB Linth klagt gegen “Obersee Nachrichten”

Die KESB Linth geht gegen die "Obersee Nachrichten".
Die KESB Linth geht gegen die "Obersee Nachrichten". © Keystone
Die Stadt Rapperswil-Jona und der Präsident der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Linth haben rechtliche Schritte gegen die “Obersee Nachrichten” angekündigt. Der Gratiszeitung wird eine “verunglimpfende Kampagne” vorgeworfen. Redaktion und Verlag wehren sich.

Die “Obersee Nachrichten” führten seit über einem Jahr “eine massive Kampagne” gegen KESB Linth und deren Präsidenten Walter Grob, teilte die Stadt Rapperswil-Jona am Donnerstag mit. Sie lasse sich in ihrem Ausmass und ihrer Aggressivität weder durch ein öffentliches Interesse noch mit der Medienfreiheit rechtfertigen. Die KESB Linth habe deshalb gegen die Wochenzeitung ein rechtliches Verfahren wegen Persönlichkeitsverletzung eingeleitet. In einem ersten Schritt komme es nun zu einem Schlichtungsverfahren.

Als “Geheimbehörde” bezeichnet

Die Stadt wolle den guten Ruf einer tadellos arbeitenden Behörde wieder herstellen, heisst es im Communiqué. Die “Obersee Nachrichten” hätten die KESB als “Geheimbehörde” geschildert, die dem Interesse der Bürger entgegenarbeite. Der KESB-Präsident sei als “eine nicht integre, machtbesessene, inkompetente und damit gänzlich ungeeignete Führungsperson” dargestellt worden.

Beim kritisierten KESB-Präsidenten handelt es sich um Walter Grob, der 2012 als Gemeindepräsident von Au nicht wiedergewählt wurde.

Die kantonale Aufsichtsbehörde habe im vergangene Jahr sowohl die von den “Obersee Nachrichten” kritisierten Fälle als auch die Funktionsweise der KESB Linth überprüft. Das Resultat sei, dass die KESB korrekt und verhältnismässig vorgegangen sei.

Vorwürfe zurückgewiesen

In einer am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Mitteilung weisen die “Obersee Nachrichten” die Vorwürfe zurück: Die Zeitung habe “über unverständliche, widersprüchliche und rechtlich fragwürdige KESB-Tätigkeiten und Entscheide berichtet”. Es dürfe nicht sein, dass der KESB-Präsident und seine Behörde ausserhalb der Medienbeobachtung agierten.

Es sei wichtig, über die Tätigkeit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde zu berichten. “Die Opfer von fragwürdigen KESB-Massnahmen haben meist nur die Möglichkeit, sich über die Presse zu wehren”, schreibt Verleger Bruno Hug in der Mitteilung.

Die “Obersee Nachrichten” gehören zur “Südostschweiz”-Gruppe und decken in den Kantonen St. Gallen und Schwyz die Region am oberen Zürichsee und das Linthgebiet ab. Sie weisen eine Auflage von knapp 70’000 Exemplaren aus. Sitz der Redaktion ist Rapperswil-Jona.

(SDA/red)


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