Kirchenstreit: Pfarrer in Zuzwil entlassen

Pfarrer Simon Niederer kann die harte Vorgehensweise nicht nachvollziehen.
Pfarrer Simon Niederer kann die harte Vorgehensweise nicht nachvollziehen. © TVO
Der Kirchenstreit in Zuzwil geht in die nächste Runde: Nachdem vor einem Monat die Pfarreisekretärin ihre Kündigung im Briefkasten hatte, muss nun auch Pfarrer Simon Niederer daran glauben.

Der katholische Pfarrer Simon Niederer ist hart getroffen – ihm wurde am Freitag seine Kündigung vorgelegt. Noch vor Kurzen hatte er sich für die entlassene Pfarreisekretärin eingesetzt. Per Januar 2017 soll er sein Amt in Zuzwil niederlegen, verlangt der Kirchenverwaltungsrat.

Spannungen verstärkt

Er sei geschockt, betont Simon Niederer gegenüber TVO. Dass man quasi mit einem Hammer an die Sache heran gegangen sei, würde ihn überraschen. Für den Kirchenverwaltungsrat hingegen gibt es einen Haufen Gründe, die zu diesem grossen Schritt geführt haben. Die Zusammenarbeit mit dem Pfarrer sei immer schwieriger geworden, letztens habe sich die Situation zugespritzt.

Mathias Eilinger, Vizepräsident der Katholischen Kirchengemeinde Zuzwil-Züberwangen, spricht dahingehend das Auftreten des Pfarrers an. Er habe «die entsprechende Kompetenz nicht anerkannt» und das Vorgehen des Kirchenverwaltungsrats habe er «in ehrverletzender Art öffentlich kund getan». Deshalb sei seine Kündigung unumgänglich gewesen.

Von Ruhe weit entfernt

Fraglich ist, ob die Kündigung rechtlich gültig ist. Der Pfarrer ist vom Volk gewählt und kann nicht einfach durch eine Kündigung vom Verwaltungsrat entlassen werden. Aus diesem Grund möchte Simon Niederer diese Angelegenheit auch nicht auf sich sitzen lassen. Die «IG Transparenz und Menschlichkeit» der Pfarre Zuzwil hat sich ihm gegenüber jedenfalls solidarisch erklärt.

(red.)


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