Längste Etappe endet mit Millimeter-Entscheid zugunsten von Kittel

Der deutsche Sprintspezialist Marcel Kittel gewinnt das mit 237,5 km längste Teilstück der 103. Tour de France in Limoges im Massensprint
Der deutsche Sprintspezialist Marcel Kittel gewinnt das mit 237,5 km längste Teilstück der 103. Tour de France in Limoges im Massensprint © KEYSTONE/AP/CHRISTOPHE ENA
Die mit 237,5 km längste Etappe der 103. Tour de France geht an Marcel Kittel. Der Deutsche setzt sich beim Massensprint in Limoges im Fotofinish vor dem Franzosen Bryan Coquard durch.

Kittel lag auf der leicht ansteigenden Zielgeraden zunächst deutlich vorne, als Coquard mächtig aufholte und die beiden Fahrer die Ziellinie Schulter an Schulter überquerten. Damit musste wie am Vortag, als sich der Brite Mark Cavendish hauchdünn vor Kittels Landsmann André Greipel durchsetzen konnte, erneut das Zielfoto über den Tagessieg entscheiden. Dieses zeigte Kittel kaum eine Reifenbreite vor seinem Kontrahenten.

“Ich wusste, dass es knapp war. Ich war mir des Sieges nicht sicher”, sagte Kittel, der bereits vor zwei Monaten am Giro d’Italia mit zwei Etappensiegen seine gute Form angedeutet hatte. Für den 28-jährigen Profi vom Team Etixx-Quick-Step war es der neunte Etappenerfolg bei der Frankreich-Rundfahrt, der erste seit er 2014 auf den Champs Elysées triumphiert hatte. Die letzte “Grand Boucle” musste er wegen einer hartnäckigen Virus-Erkrankung auslassen.

Dritter wurde der slowakische Strassen-Weltmeister Peter Sagan, der die Führung im Gesamtklassement erfolgreich verteidigte. Dank weiteren vier Bonifikationssekunden ist sein Vorsprung auf den Franzosen Julian Alaphilippe auf zwölf Sekunden angewachsen. Chris Froome und Nairo Quintana, die zwei Topfavoriten für den Gesamtsieg, liegen mit nur 18 Sekunden Rückstand auf den Plätzen 5 und 7.

Die Topfavoriten erlebten einen verhältnismässig ruhigen Tag. Auf der erneut über 200 km langen Flachetappe von Saumur nach Limoges setzte sich bereits früh ein Quartett vom Feld ab. Zu diesem gehörte mit dem Belgier Oliver Naesen auch ein Fahrer des Westschweizer IAM-Teams. Wie in den Tagen zuvor wurden die Ausreisser rund 8 km vor dem Ziel von den Sprinterteams jedoch erwartungsgemäss gestellt.

Am Mittwoch wird es bei der 103. Ausgabe der Tour de France erstmals bergig, die Zeit der Sprinter ist vorerst vorbei. In der 5. Etappe macht der Tour-Tross einen Abstecher ins Zentralmassiv. Auf den 216 km von Limoges nach Le Lioran sind sechs kleinere Bergpreise zu bewältigen, vier davon auf den letzten 50 km. Nicht zuletzt wegen seiner coupierten Schlussphase könnte dieses Teilstück eine Beute für Ausreisser oder Klassiker-Spezialisten werden. Andererseits dürfen die Favoriten auf den Gesamtsieg keine Schwächen zeigen, sonst platzt der Traum vom Toursieg schon früh.

(SDA)


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