Kleinstes Schweizer Dorf soll zum Hotel werden

Corippo, die kleinste Gemeinde der Schweiz soll zu einem Hotel werden.
Corippo, die kleinste Gemeinde der Schweiz soll zu einem Hotel werden. © KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay
Corippo, das Dorf im Tessin ist die kleinste aller Gemeinden in der Schweiz. Jeder kennt jeden, was aber nicht verwunderlich ist: Das Dorf zählt aktuell 14 Einwohner. Früher waren es rund 300. Damit der Ort wieder belebt werden kann, soll er zum Hotel werden.

Doch wie kann ein Dorf als Hotel funktionieren? Die Stiftung «Corippo 1975» möchte verhindern, dass das Dorf zu einer Geisterstadt wird, berichtet watson. So soll der Ort zu einer verstreuten Herberge werden.

In etwa zwölf verlassenen Häusern rund um den Dorfkern sollen Hotelzimmer entstehen. So wären Gäste, die dort ihre Ferien verbringen, inmitten des Dorflebens, könnten die Einwohner kennenlernen und die Landschaft des Verzascatals geniessen.

Das Hotel möchte nicht nur die klassischen Feriengäste anziehen, sondern auch Leute, die für einen Monat in eine andere Welt eintauchen möchten. Das dürfte in dem malerischen Dorf gut möglich sein. Vor dort aus erreicht man schnell Lavertezzo und dessen Bogenbrücke. Ein Ort, der seit dem Video, das viral ging, als «Malediven von Mailand» gilt.

Die Rezeption und ein gemeinsamer Speisesaal ist in der Osteria Del Paese angedacht. Ausserdem sollen, um dem Dorf noch mehr Leben einzuhauchen, der öffentliche Backofen, die Trockenkammer für Kastanien und die alte Mühle wieder instand gesetzt werden.

Mit dem Hotel-Projekt «Albergo Corippo» bewarb sich die Stiftung «Corippo 1975» für den Hotel Innovation Award 2017 und gewann. Das Konzept ist also schon vor der Umsetzung und Eröffnung preisgekrönt.

Der Präsident der Stiftung «Corippo 1975» sagte gegenüber Swissinfo, dass die Stiftung, seit sie den Preis gewonnen hat, schon einige Buchungsanfragen erhielt. Leute wollten bereits ein Zimmer reservieren. Doch das Hotel gibt es noch gar nicht. Geplant ist, dass die Zimmer ab Frühjahr 2018 bezugsbereit sind.

(red)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 1000 Zeichen