Irma Dütsch hat bei Scheichs das Sagen

Irma Dütsch hat sich in der Küche durchgesetzt und ist die erste Frau, die einen Michelin-Stern erhalten hat (Archiv)
Irma Dütsch hat sich in der Küche durchgesetzt und ist die erste Frau, die einen Michelin-Stern erhalten hat (Archiv) © Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Irma Dütsch aus Saas Fee VS, Grande Dame der Schweizer Haute Cuisine, hat sich in den Küchen immer souverän durchgesetzt. «Ich überlegte nie, ob ich als Frau oder Mann agiere», sagt sie.

«Wenn ich in die Küche trat, haben die Angestellten sofort gemerkt, wer das Sagen hat», erzählt die bald 72-Jährige dem «Migros Magazin». «Das funktionierte sogar in Saudi-Arabien, wo es für Frauen nicht einfach ist.»

Köchin werden wollte Irma Dütsch schon als Vierjährige. «Die Küche ist immer der Ort, wo es gut riecht und wo man etwas Gutes zu naschen bekommt.» Leicht war es dann aber nicht, in diesen Beruf einzusteigen. «Als ich eine Kochlehre anfing, wollte mich kein Mensch. Mir wurde gesagt, ich könne als Zimmermädchen oder als Waschfrau arbeiten. Der Beruf Koch sei was für Männer.»

Einschüchtern liess sich Dütsch aber nicht. «Ich ging immer zu den Köchen und habe ihnen geholfen, bis der Chefkoch eines Tages sagte: ‘Ach, du bist ja auch ein richtiger Koch’.» Das war in Montreal. «Ich erhielt dann eine Anstellung als Saucier.»

Von Streetfood hält Dütsch, die erste Frau, die einen Michelin-Stern bekam, wenig bis gar nichts. «Wer kultiviert ist, holt sich das Essen nicht auf der Strasse. Und wer kein Geld hat, soll sich doch zu Hause Reis zubereiten.»

(SDA)


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