Kollektives Versagen beim FCSG

Von Marco Latzer
Kevin Bua, links, bezwingt den St.Galler Torhüter Daniel Lopar, rechts, zum 3-0 für den FC Zürich.
Kevin Bua, links, bezwingt den St.Galler Torhüter Daniel Lopar, rechts, zum 3-0 für den FC Zürich. © KEYSTONE/Walter Bieri
Wäre der FC St.Gallen doch bloss in der Länderspielpause geblieben. Gleich mit 0:4 ging der FC St.Gallen gegen den FC Zürich unter – ein in dieser Höhe verdientes Verdikt. Auch weil die Ostschweizer versagten. Nicht auf einzelnen Positionen sondern kollektiv.

Tor:

Daniel Lopar. Note: 4,0. Der arme Kerl im St.Galler Tor. Wurde bei den Gegentoren von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Er hatte heute für einmal keine Möglichkeit, um über sich hinaus zu wachsen.

 

Verteidigung:

Florent Hanin. Note: 3,0. Hinten ziemlich unsicher – gegen vorne ohne jeglichen Effort.

Martin Angha. Note: 2,5. Wirkte unkonzentriert, leistete sich viele Aussetzer und liess seine ansonsten als Captain unumstrittene Präsenz schmerzlich vermissen.

Martin Leitgeb. Note: 2,0. Sah bei mehreren Toren unglücklich aus. Ritt die Espen mit seinen Ballverlusten mit ins Verderben.

Pascal Thrier. Note: 2,0. War es sein schlechtester Auftritt im St.Galler Trikot? Gut möglich. Stand oft im Schilf, sah bei mehreren Gegentoren nicht gut aus.

 

Mittelfeld:

Lucas Cueto. Note: 1,5. Ein Totalausfall auf ganzer Linie. Weshalb er in der Startformation stand, weiss man nach dieser Leistung nicht. Hatte in der Halbzeit, in der er spielen durfte, keinen Stich. Nachsitzen, bitte!

Mario Mutsch. Note: 3,5. Kehrte nach zwei Rotsperren wieder in die Espen-Truppe zurück. Zog einen unauffälligen Abend ein. Damit war er noch einer der besseren St.Galler.

Danijel Aleksic. Note: 2,5. Von ihm erwarten die Fans auch nach seiner Vertragsverlängerung viel mehr. Scheiterte Mal für Mal an der Herausforderung, das Spiel schnell zu machen.

Gianluca Gaudino. Note: 2,5. War das Supertalent überhaupt auf dem Rasen? Geschlagene 70 Minuten war vom jungen Deutschen überhaupt nichts zu sehen. Er zirkelte aber immerhin einen gefährlichen Freistoss auf das Zürcher Tor.

Steven Lang. Note: 3,0. Sein bissiger Auftritt hielt gerade mal die ersten zehn Minuten an, dann war Schicht im Schacht. Passte sich dem katatstrophalen Niveau seiner Mannschaft an.

 

Sturm:

Edgar Salli. Note 3,0. Stand 45 Minuten alleine auf weiter Flur. Erhielt keine brauchbaren Bälle und war trotz grossem Laufpensum auf sich alleine gestellt. So schiesst man keine Tore, klarer Fall.

 

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller elf Spieler in der Startformation): 2,6.

Fazit: Das war ein schwarzer Abend für St.Galler Fussballfans – ein von A bis Z verpatztes Spiel voller kollektiver Aussetzer und anderer Unzulänglichkeiten. Der Wille, dieses Spiel zu gewinnen, fehlte bis zur 70 Minuten gänzlich. Als er endlich aufzukommen schien, war er schnell wieder weg. Und dann klingelte es nochmals fleissig hinter dem bemitleidenswerten Lopar. Mit solchen Leistungen spielt der FC St.Gallen gegen den Abstieg und kann den Traum von der Europa League schnell in das Reich der Phantasien verbannen. Wegweisend wird daher das Aufeinandertreffen mit Kellerkind Vaduz (1:5 in Luzern) am nächsten Sonntag.


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