Kolumbiens Regierung und FARC-Rebellen schliessen Waffenstillstand

Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos (links) und FARC-Chef Rodrigo Londono alias "Timochenko" nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands am Donnerstag in Havanna.
Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos (links) und FARC-Chef Rodrigo Londono alias "Timochenko" nach der Unterzeichnung des Waffenstillstands am Donnerstag in Havanna. © Keystone/EPA/ALEJANDRO ERNESTO
Nach über 50 Jahren Bürgerkrieg haben die kolumbianische Regierung und die linke Guerillaorganisation FARC einen Waffenstillstand geschlossen. Das Abkommen wurde am Donnerstag in der kubanischen Hauptstadt Havanna unterzeichnet.

Unterhändler beider Seiten unterzeichneten im Beisein von Präsident Juan Manuel Santos und FARC-Chef Rodrigo Londono alias “Timochenko” das Abkommen.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon, der Präsident des UNO-Sicherheitsrats, François Delattre, sowie der Präsident der UNO-Vollversammlung, Mogens Lykketoft, nahmen an der Zeremonie teil. Auch Venezuelas Präsident Nicolas Maduro, Chiles Staatschefin Michelle Bachelet, Mexikos Präsident Enrique Pena Nieto und der salvadorianische Staatschef Salvador Sanchez Ceren waren für die Vertragsunterzeichnung auf die Karibikinsel gereist.

In dem Abkommen verpflichten sich die Rebellen, die Waffen niederzulegen und künftig mit politischen Mitteln für ihre Ziele zu kämpfen. Im Gegenzug sollen Militär und Polizei die demobilisierten Guerilleros beschützen. Als die FARC in den 1980er Jahren mit der Union Patriotica bereits einmal die politische Bühne betrat, töteten rechte Paramilitärs Tausende ihrer Mitglieder.

Der Waffenstillstand gilt als Voraussetzung für einen Friedensvertrag, über den beide Seiten seit Ende 2012 verhandeln. Im Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen, rechten Paramilitärs und den Streitkräften wurden in dem südamerikanischen Land seit Anfang der 1960er Jahre rund 220’000 Menschen getötet.

Der Friedensvertrag könnte nun zügig unterzeichnet werden. Die Unterhändler einigten sich bereits auf eine Übergangsjustiz, Sozialprogramme sowie die politische Beteiligung der Guerilla. Präsident Santos sagte zuletzt, die Verhandlungen könnten bis zum kolumbianischen Unabhängigkeitstag am 20. Juli abgeschlossen sein.

(SDA)


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