Konjunktur macht Schweizer Unternehmen in Brasilien zu schaffen

"Sehr konstruktiv" verliefen die Gespräche zwischen Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und dem brasilianischen Aussenminister Jose Serra. Der Wirtschaftsminister hofft auf ein baldiges Freihandelsabkommen mit dem wichtigsten Handelspartner in Lateinamerika.
"Sehr konstruktiv" verliefen die Gespräche zwischen Bundespräsident Johann Schneider-Ammann und dem brasilianischen Aussenminister Jose Serra. Der Wirtschaftsminister hofft auf ein baldiges Freihandelsabkommen mit dem wichtigsten Handelspartner in Lateinamerika. © KEYSTONE/EPA EFE/CADU GOMES
Schweizer Unternehmen bekommen die schwierige Wirtschaftslage in Brasilien zu spüren. Ihre Hoffnungen ruhen nun auf einem Freihandelsabkommen, das nach mehreren Anläufen endlich in greifbare Nähe rückt.

“Die Konjunktur macht den Unternehmen hier zu schaffen”, sagte Bundespräsident Johann Schneider-Ammann nach einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern in Rio de Janeiro zur Nachrichtenagentur sda. “Sie können keine Wachstumszahlen verbuchen, aber sie sind zuversichtlich”.

Ihre Hoffnungen ruhen auf einem Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA, welcher die Schweiz angehört, und dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur, dessen Mitglied Brasilien ist. Über ein solches Abkommen hatte der Wirtschaftsminister Mitte Woche in der Hauptstadt Brasília mit dem brasilianischen Aussenminister José Serra diskutiert. Das Wirtschaftsdepartement in Bern bezeichnete die Gespräche als “sehr konstruktiv”.

Das war nicht immer so. Schneider-Ammann hat sich in den letzten Jahren immer wieder für das Abkommen stark gemacht. Bereits während seines ersten Besuchs in Brasilien 2011 hatte er auf Sondierungsgespräche gedrängt, aber eine Absage erhalten.

EFTA und Mercosur schlossen zwar bereits vor 16 Jahren eine Vereinbarung im Hinblick auf ein Freihandelsabkommen ab, Verhandlungen wurden aber nie aufgenommen. 2011 liess man Schneider-Ammann deshalb wissen, man müsse zuerst innerhalb von Mercosur eine gemeinsame Basis finden.

Im zweiten Anlauf 2014 waren die Reaktionen dann positiver. Nach Gesprächen mit dem damaligen brasilianischen Vize-Wirtschaftsminister und dem Aussenminister gab sich Schneider-Ammann optimistisch, dass Gespräche aufgenommen werden. Offenbar zurecht, wie sich nun in der dritten Runde zeigt.

Am Wirtschaftsaustausch am Samstag im House of Switzerland waren Vertreter von Tochterfirmen von Schweizer Unternehmen zugegen – unter anderen von Nestlé, Richemont und Kudelski. Hinter dem Treffen stehen die Handelsförderungsagentur Switzerland Global Enterprise, die schweizerisch-brasilianische Handelskammer und das Netzwerk Simmex.

Brasilien ist für die Schweiz der wichtigste Handelspartner in Lateinamerika. Im vergangenen Jahr importierte die Schweiz gemäss Bundesangaben Güter im Wert von 1,43 Milliarden Franken – vor allem Gold, Kaffee und Rohaluminium. Im Gegenzug exportierte sie für 2,04 Milliarden Franken vornehmlich Chemikalien, Maschinen und pharmazeutische Produkte.

(SDA)


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