Konsumenten können Orang-Utans schützen

Orang-Utan Weibchen Xira mit Töchterchen Pandai im Zoo Zürich. Die Gruppe mit insgesamt zehn Tieren ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. (Archivbild)
Orang-Utan Weibchen Xira mit Töchterchen Pandai im Zoo Zürich. Die Gruppe mit insgesamt zehn Tieren ist Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms. (Archivbild) © KEYSTONE/PATRICK B. KRAEMER
Ölpalmen statt Regenwald: Weil die Nachfrage nach Palmöl steigt, wird immer mehr Regenwald zerstört, um neue Anbaugebiete für die Ölgewinnung zu schaffen. Dadurch sind die Orang-Utans vom Aussterben bedroht. Doch Konsumenten können die “Waldmenschen” schützen.

Seit Beginn des Jahres müssen auch in der Schweiz palmölhaltige Produkte gekennzeichnet werden. So können die Konsumenten wählen, ob sie Produkte mit Palmöl konsumieren wollen und so dessen Verwendung beeinflussen. Der Zoo Zürich begrüsst die Deklarationspflicht, wie er in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Palmöl findet sich in vielen Lebensmitteln aber auch in Kosmetik oder Reinigungsmitteln. Zusätzlich angeheizt wird die Nachfrage durch die Verwendung von Palmöl für die Herstellung von Bio-Diesel.

Der Zoo Zürich hat sich im Jahr 2010 auch an einer europaweiten Kampagne beteiligt, bei der 2 Millionen Unterschriften gesammelt wurden. Sie trug massgeblich dazu bei, dass die EU 2014 die Kennzeichnungspflicht für Palmöl eingeführt hat. Diese sei ein wichtiger Schritt für den Schutz von Menschenaffen und ihrer Lebensräume, heisst es in der Mitteilung.

Im Jahr 1962 lag die Produktion von Palmöl bei rund 1 Million Tonnen. 2015 waren es 60 Millionen Tonnen. Mit zusammen 85 Prozent sind Indonesien und Malaysia die Hauptproduzenten. Auf der Insel Borneo wuchs die Anbaufläche für Ölpalmen von 2000 Quadratkilometern im Jahr 1984 auf 27’000 Quadratkilometer im Jahr 2003. Riesige Flächen Regenwald werden abgeholzt oder abgebrannt, der Lebensraum der Orang-Utans zerstört.

Die grossen Menschenaffen, deren Name “Waldmenschen” bedeutet, leben im Kronenbereich des Regenwaldes. Sie pflanzen sich nur sehr langsam fort. So wird ein Weibchen erst mit 13 bis 15 Jahren geschlechtsreif und bekommt nur alle sechs bis neun Jahre ein Junges. Die Jungtiere brauchen lange, um sich das nötige Wissen anzueignen, um im Regenwald zu überleben, wie es in der Mitteilung heisst.

Wie viele der vom Aussterben bedrohten Tiere noch in ihrer natürlichen Umgebung leben, ist nicht genau bekannt. Zehn Jahre alte Schätzungen gehen davon aus, dass es vom Sumatra Orang-Utan noch etwa 7300 Tiere und vom Borneo Orang-Utan noch 45’000 bis 69’000 Individuen sind.

Die zehn Orang-Utans in Zürich gehören zum 160 Tiere umfassenden Europäischen Erhaltungszuchtprogramm. Der Zoo beteiligt sich jedoch auch vor Ort mit der Schweizer Stiftung PanEco am Schutz der Tiere.

Das Sumatra-Orang-Utan-Schutzprogramm (SOCP) sorgt für die Konfiszierung, Pflege und Wiederansiedlung illegal als Haustier gehaltener Orang-Utans sowie für die Evakuierung von Tieren, die durch die Zerstörung des Regenwalds heimatlos geworden sind. Es umfasst eine Auffang- und Pflegestation sowie zwei Auswilderungsstationen.

Seit Projektbeginn 2001 konnten 311 Orang-Utans aufgenommen werden. Bisher ist es gelungen insgesamt 233 wieder anzusiedeln. Vor einer Woche wurde bekannt, dass eines der Weibchen schwanger ist. Dies ist die erste Schwangerschaft eines ausgewilderten Orang-Utans in der neuen Population im Jantho Naturreservat und ein grosser Erfolg, wie der Zoo schreibt.

(SDA)


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