Kontrollen an Viehschauen sollen verschärft werden

Auch an Ostschweizer Viehschauen sollen die Regeln zum Schutz der Tiere verschärft werden.
Auch an Ostschweizer Viehschauen sollen die Regeln zum Schutz der Tiere verschärft werden. © Tagblatt
Viehschauen sind für Menschen farbige Folklore. Kühe und Rinder hingegen leiden häufig, da sie oft zurechtgetrimmt und mit Medikamenten ruhig gestellt werden. Dies soll sich nun ändern.

Häufig werden Kühe bei Viehschauen stundelang nicht gemolken. Wenn die Euter zu  tropfen beginnen, werden sie mit Sekundenleim zugeklebt. Solche Bilder wollen die Schweizer Rinderzüchter nicht mehr sehen. Sie gehen in die Offensive und möchten die Regeln für Viehschauen verschärfen. “Wir überarbeiten das Reglement für Viehschauen, sodass es künftig keine Exzesse mehr gibt”, sagt Andreas Aebi, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Schweizer Rinderzüchter ASR .

“Jeder will die schönste Kuh haben”

An der Viehschau in Lütisburg suchte man am Freitag vergeblich nach aufgemotzten Hochleistungsmilchkühen. Trotzdem möchte jeder Bauer die schönste Kuh haben. “Das ist halt wie im Spitzensport. Auch dort schaut man nicht unbedingt immer auf die Gesundheit. Wenn man eine gute Kuh hat, versucht man schon diese möglichst gut zu präsentieren und mutet ihr halt etwas mehr zu als sonst”, sagt Landwirt Kurt Scheiber. Dass Kontrollen verschärft werden, kann er trotzdem nachvollziehen. Schliesslich gehe es auch um das Wohl der Kühe.

Grosse Viehschauen im Visier

Köbi Frick ist seit 16 Jahren Juror an Viehschauen. Bisher habe er aber noch nie eine leidende Kuh gesehen.  “Deshalb finde ich es übertrieben, dass zusätzliche Leute für die Kontrolle aufgeboten werden”, sagt Frick. Der Rinderzüchterverband hat es aber nicht auf die kleinen Viehschauen, wie jene in Lütisburg abgesehen. Er möchte die grossen, kantonalen Ausstellungen ins Visier nehmen. Zu diesen gehört auch die Tier und Technik in St.Gallen. “Dabei wollen wir vor allem die Spitzentiere der jeweiligen Kategorie genauer kontrollieren”, sagt Anderas Aebi abschliessend.

Bei einem Verstoss gegen die Regeln drohen harte Sanktionen, die von Disqualifikation bis hin zur Anzeige reichen können. (red.)

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