Kummerbuben stehen erneut auf der Bühne

Ab morgen wird im Berner Stadttheater das Weihnachtsmärchen "Krabat" aufgeführt: Kummerbuben-Sänger Simon Jäggi alias Gevatter Tod und seine Mitmusiker vertonen das Stück live. (zvg)
Ab morgen wird im Berner Stadttheater das Weihnachtsmärchen "Krabat" aufgeführt: Kummerbuben-Sänger Simon Jäggi alias Gevatter Tod und seine Mitmusiker vertonen das Stück live. (zvg) © PHILIPP ZINNIKER
Morgen Mittwoch feiert «Krabat», das diesjährige Weihnachtsmärchen des Berner Stadttheaters, Premiere. Die Band Kummerbuben hat den Soundtrack geschrieben und wird als Teil des Stücks live auf der Bühne spielen.

Die Berner Formation zeigt sich für einmal nicht als Kummerbuben, sondern als Müllersburschen, die sich zwischenzeitlich in Raben verwandeln. Jäggi spielt sogar Gevatter Tod, wofür er mit seinen Kollegen eine «Schauspiel-Schnellbleiche» absolvieren musste, wie er im Gespräch mit der sda erzählt. Mitten im Geschehen und Teil des Märchens zu sein, sei zwar nicht einfach, aber insgesamt ein «superaufregender Trip».

Inszeniert wird «Krabat», die Geschichte des deutschen Kinderbuchautors Otfried Preussler um einen Waisenjungen und Zauberlehrling, von der freien Berner Theatergruppe Vor Ort. Regie führt der Schauspieler Jonathan Loosli, der derzeit auch in der SRF-Krimiserie «Wilder» zu sehen ist. Dieser habe die Kummerbuben für eine Kooperation angefragt, weil er laut Jäggi fand, dass die Band gut in die Szenerie passe.

Um den Schauplatz der Geschichte zu erkunden und so gut wie möglich zu spüren, fuhr Simon Jäggi im Vorfeld in die Lausitz – wo er jedoch sogleich wieder die Flucht ergriff. Die Gegend an der deutsch-polnischen Grenzen habe überhaupt nicht seinen Vorstellungen einer mystischen Gegend entsprochen, erzählt er. Grund dafür war das falsche Timing. «Ich habe den Kardinalfehler gemacht, am Vatertag anzureisen, wenn die Ostdeutschen gerne betrunken mit Velos und Anhängern in der Gegend herumfahren und schreckliche Musik hören.»

Wobei die Songs für das Theaterstück nun auch nicht allzu traditionell ausgefallen sind: «Aute, gang mau hei» etwa ist eine Berndeutsche Parodie des südkoreanischen Hits «Gangnam Style». Und auch sonst hat die Band bewusst auf Volkstümliches verzichtet.

Jäggi ist dankbar für die freie Hand, die den Musikern beim Komponieren gelassen wurde. Nur in wenigen Texten habe er die Geschichte von «Krabat» ins Zentrum stellen müssen. «In anderen ging es vielmehr um unsere Sicht auf das Thema». So ist der Soundtrack, der seit wenigen Tagen unter anderem in Buchläden erhältlich ist, auch nicht primär eine CD für Kinder geworden.

Dass die Kummerbuben auf der Bühne des Berner Stadttheaters stehen, ist keine Premiere. 2010 traten sie mit dem hausinternen Ballett-Ensemble auf, eine Zusammenarbeit, die im Film «Buebe gö z’Tanz» dokumentiert worden ist.

www.konzerttheaterbern.ch

(SDA)


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