Kritisch: Politische Flyer in FHSG-Bibliothek

In der Fachhochschul-Bibliothek St.Gallen liegen öfters politische Flyer auf.
In der Fachhochschul-Bibliothek St.Gallen liegen öfters politische Flyer auf. © Tagblatt Archiv
Politische Werbung an Schulen, geht’s noch? Das dachte sich ein Lesereporter, der in der Bibliothek der FHS St.Gallen Flyer zur Vollgeldinitiative entdeckte.

Vergangene Woche wurden in der Bibliothek der FHS St.Gallen Flyer mit politischer Werbung aufgelegt. Das Ganze ist nicht ohne: Denn Schulen präsentieren sich normalerweise politisch neutral. «Unpassende Werbung wird sofort entfernt», betont Christian Jauslin, Kommunikationsbeauftragter der FHS St.Gallen.

«FHS bezieht keine politische Position»

«Die Flyer wurden am gleich Morgen wieder weggenommen», sagt Christian Jauslin. Weil die Bibliothek der FHS öffentlich ist, könne jede interne und externe Person etwas liegen lassen oder platzieren. «Bevor das Bibliothekspersonal einen Flyer auflegt wird dieser überprüft. Sie halten sich dabei an unseren ‹Code of Conduct›, darin wird festgehalten, dass die FHS keine politische Position bezieht und dementsprechend auch keine politische Werbung auflegt», betont Jauslin. Die FHS St.Gallen fördere das politische Verständnis der Schüler mit einem Pflichtmodul.

Die Flyer lagen in der Bibliothek der FHSG auf.

Die Flyer lagen in der Bibliothek der FHSG auf. ©FM1Today Lesereporter

Flyer-Verbot an der HSG

Auch an anderen Hochschulen und Universitäten wird politische Werbung nicht toleriert. «An der Universität St.Gallen herrscht generelles Flyer-Verbot», sagt Marius Hasenböhler-Backes, Leiter Kommunikation an der HSG. «Bei uns werden Podiumsdiskussionen organisiert, bei denen immer eine politische Ausgewogenheit herrscht.»

Neutral ist auch die HTW Chur und toleriert keine politische Werbung in ihren Räumlichkeiten: «Wir führen im Rahmen von Lehre und Forschung interne und öffentliche Veranstaltungen mit politisch relevanten Themen durch. Die Hochschule nimmt dabei eine politisch neutrale Rolle ein, in den Gesprächsrunden nehmen Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher politischer Ansichten teil», sagt Flurina Simeon, Kommunikationsabteilung HTW Chur.

(sk)


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