Künftig sind in Trams und Bussen auch Qualitätstester unterwegs

Sind das zwei gewöhnliche Fahrgäste, oder sind es vielleicht geschulte Qualitätstester des Bundes? (Symbolbild)
Sind das zwei gewöhnliche Fahrgäste, oder sind es vielleicht geschulte Qualitätstester des Bundes? (Symbolbild) © Keystone/PETRA OROSZ
Nebst Restaurant-Testern gibt es künftig auch ÖV-Tester: Ab April nehmen geschulte Testkunden den regionalen Personenverkehr unter die Lupe. Sie überprüfen im Auftrag des Bundes, wie es in Trams und Bussen um Sauberkeit, Sicherheit und Kundenfreundlichkeit steht.

Die Testpersonen sind Teil eines neuen Systems zur Qualitätskontrolle, das vom Bundesamt für Verkehr (BAV) aufgegleist wird. Die Pilotphase sei bereits erfolgreich über die Bühne gegangen, teilte das BAV am Dienstag mit. Mit dem Messsystem werden wichtige Qualitätsmerkmale des regionalen Personenverkehrs geprüft.

Unangemeldete Kontrollen

Die Qualitätstester haben die Aufgabe, die Funktionsfähigkeit, die Sauberkeit und den Zustand von Einrichtungen in Zügen und Bussen sowie an Haltestellen zu bewerten. Sie prüfen ausserdem, ob die Reisenden vollständig, korrekt und verständlich informiert werden.

“Die Testkunden melden sich nicht im Voraus”, sagte eine BAV-Sprecherin auf Anfrage. Die Transportunternehmen wüssten nicht, ob jemand komme, wo oder wann – “wie bei Testkunden in Restaurants”. Ausgestattet sind sie mit einem mobilen Erfassungsgerät und einer Legitimationskarte.

Im Einsatz sind sie ab April in den Kantonen Bern, Freiburg, Jura, Neuenburg, St.Gallen, Thurgau und den beiden Appenzell. Die weiteren Kantone sollen bis Juli in das Qualitätsmesssystem eingebunden werden.

Pünktlichkeit

Gleichzeitig wird schweizweit gestaffelt eine einheitliche Pünktlichkeitsmessung eingeführt. Hier erfassen und liefern die Transportunternehmen die Daten selber.

Die gesammelten Daten werden zentral in einer Datenbank aufbereitet. Der Bund, die Kantone und die Transportunternehmen haben anschliessend Zugriff auf die Daten, die sie betreffen.

Das Qualitätsmesssystem dient als Kontrollinstrument für Bund und Kantone, welche den Regionalverkehr bestellen und mit jährlich rund 1,8 Milliarden Franken mitfinanzieren. Es soll gewährleisten, dass die Transportunternehmen dauerhaft Mindeststandards in den Bereichen Kundenfreundlichkeit und Effizienz einhalten.

Zudem ermögliche es den Transportunternehmen, ihre Leistungen zu überprüfen und sich mit ihren Konkurrenten zu messen, schreibt das BAV.

(SDA)


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