Kybun-Chef verschenkt Fussballplatz

Karl Müller in seiner eigenen Fussballarena - die er verschenkt.
Karl Müller in seiner eigenen Fussballarena - die er verschenkt. © «felix. die zeitung.»/Ueli Daepp
Karl Müller, Chef von Kybun, hat eine eigene Fussballarena in seinem Garten in Roggwil. Weil diese in einer Landwirtschaftszone steht, muss er den Fussballplatz abbauen. Er will ihn nun einer Nachbargemeinde schenken.

“Seit gut 25 Jahren wird hier hinter unserem Haus Fussball gespielt”, sagt Karl Müller, der MBT-Schuherfinder und Inhaber der Firma Kybun. Viele Roggwiler Kinder sind auf seinem Rasen dem Ball hinterher gerannt. Der Platz im Garten seines Hauses in Roggwil sei mitten in einer Bauzone gelegen. Müller: “Leider ist halt immer mal wieder der Ball neben dem Feld in unseren Tomaten, Trauben oder Äpfeln gelandet.”

Müller entschied sich, den Fussballplatz auszubauen. “Ich wollte das schon lange machen. Ein richtiger Platz mit Netz, Banden und allem drum und dran.” Der Unternehmer, der mit “Kybun” auch die Namensrechte am Stadion des FC St.Gallen besitzt, bestellte ein Spielfeld, liess einen 20 mal 40 Meter grossen Kunstrasen einbauen, schreibt “felix. die zeitung“. Rund 200’000 Franken habe der neue Platz gekostet.

Auszonung beantragt

Allerdings: “Vor etwas mehr als zehn Jahren habe ich beantragt, dass bei der nächsten Raumplanung der Boden dort ausgezont werde und in die Landwirtschaftszone kommt”, sagt Müller. Er habe seither nichts mehr von diesem Antrag gehört und auch nicht mehr nachgefragt.

Erst als seine kleine “Fussballarena” stand, habe er über einen Nachbarn erfahren, dass er offenbar eine Baubewilligung gebraucht hätte und der Boden nicht mehr in der Bauzone sei. “Mir ist klar, dass der Platz nun weg muss. Ich mache hier niemandem einen Vorwurf und bin auch niemandem böse deswegen”, sagt Müller.

Nachbargemeinde soll Platz bekommen

Der Kybun-Chef entschied sich zusammen mit seiner Familie, den Platz zu verschenken. Er soll weiter von Kindern genutzt werden können. Müller: “In Roggwil konnte oder wollte man das Geschenk nicht annehmen. Deshalb habe ich über die Zeitung “felix” einen Abnehmer gesucht.”

Müller hat bereits mehrere Anfragen bekommen. Einen Entscheid hat er jedoch noch nicht getroffen. “Unser Hauptinteresse ist, dass der Platz nahe bei Roggwil ist. Es sollen weiterhin die Roggwiler Kinder profitieren können. Und nicht ganz uneigennütz: Auch wir wollen noch manchmal auf dem Platz spielen”, sagt Müller.

Auf dem Platz hinter seinem Haus wird in Zukunft nicht mehr Fussball gespielt. Müller: “Ich werde dort eine Blumenwiese anpflanzen.”

(rr)

«felix. die zeitung.»/Ueli Daepp

«felix. die zeitung.»/Ueli Daepp


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