Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt entspannt

Schwierige Wohnungssuche: Gigantische Schlange bei der Besichtigung einer Musterwohnung der Wohnungssiedlung Kronenwiese in Zürich anfangs Juni.
Schwierige Wohnungssuche: Gigantische Schlange bei der Besichtigung einer Musterwohnung der Wohnungssiedlung Kronenwiese in Zürich anfangs Juni. © KEYSTONE/WALTER BIERI
Die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt hat sich 2015 weiter entspannt. In den Brennpunkten am Genfersee, in Zürich und in der Zentralschweiz blieben die Wohnungen aber rar.

Weil der Wanderungssaldo aus den EU- und Efta-Staaten 2015 sank, war auch eine Entspannung auf dem Schweizer Wohnungsmarkt zu erwarten gewesen, wie das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) am Montag aufgrund einer neuen Untersuchung über die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit schreibt.

Sowohl bei Miet- als auch bei Eigentumswohnungen hielt das Angebot mit der Haushaltszunahme Schritt. Die Wohnungsknappheit nahm gegenüber dem Vorjahr ab. Angespannt bleibt die Lage dennoch in der Zentralschweiz, der Grossregion Zürich, der Region um Yverdon-les-Bains VD herum und neuerdings auch im Raum Bern/Thun.

Bei den Mietwohnungen beschränkt sich die Entspannung zudem auf die teureren Angebote. Der Unterschied zwischen den Preissegmenten ist äusserst ausgeprägt. In der Ostschweiz und im Tessin ist die Entspannung aber in allen Preisklassen eingetreten.

Beim Wohneigentum sind alle Regionen mit Ausnahme des Tessins und der Westschweiz noch deutlich von einem Gleichgewicht entfernt. Die Preise wachsen aber nicht mehr in den Himmel.

Sie liegen bereits auf hohem Niveau. Die begrenzte Kaufkraft sowie erhöhte Eigenmittelanforderungen setzen dem Preisauftrieb Grenzen. Am Genferseebogen sind die Preise sogar deutlich gesunken. Bei ausreichender Bautätigkeit und moderater Zunahme der Haushalte sollte das Gleichgewicht bald erreicht sein, schreibt das BWO.

In den ersten vier Monaten des laufenden Jahres zeichnete sich eine weitere Entspannung ab. Die Zuwanderung aus dem EU- und Efta-Raum ging um einen Drittel zurück. So ist eine schwächere Nachfrage durch neue zuziehende Haushalte absehbar. Zu beachten ist allerdings, dass die ausländischen Haushalte etwa die Hälfte des gesamten Haushaltewachstums ausmachen.

(SDA)


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