Regisseur klagt nach Internet-Drohungen

Der Dokumentarfilmer Melgar am Filmfestival Locarno. (Archivbild)
Der Dokumentarfilmer Melgar am Filmfestival Locarno. (Archivbild) © Keystone/URS FLUEELER
Der Lausanner Dokumentarfilmer Fernand Melgar hat nach einer Reihe von Drohungen und Beleidigungen in den Kommentarspalten einer Internetseite Klage gegen Unbekannt eingereicht. Gleichzeitig verurteilte er die “Duldung” dieser Inhalte auf der Seite LesObservateurs.ch.

Er habe die Klage am Donnerstag bei der Lausanner Polizei eingereicht, sagte Melgar am Samstag auf Anfrage und bestätigte damit eine Meldung der Westschweizer Zeitung “Le Temps”. Er werde zwar regelmässig beschimpft und bedroht, aber “hier handelt es sich um eine Seite, deren Kommentare kontrolliert werden”.

LesObservateurs.ch wird von Uli Windisch, Honorarprofessor an der Universität Genf, geführt. Dieser lasse “unglaubliche Äusserungen” durchgehen und verleihe diesen dadurch implizit eine moralische und intellektuelle Bürgschaft, sagte Melgar.

Er und seine Familie hätten Angst. Auch seien bereits mehrere Male die Pneus seines Autos zerstochen worden. Die Klage sei deshalb auch ein allgemeines Zeichen im Kampf gegen diese systematischen Entgleisungen.

Der Regisseur befasst sich in seinen Filmen unter anderem mit Migrationsthemen. “L’abri”, der letzte Teil einer Dokumentarfilm-Trilogie, wurde letztes Jahr am Festival des europäischen Kinos in Sevilla (SEFF) ausgezeichnet.

Windischs Internet-Seite LesObservateurs.ch versteht sich nach eigenen Angaben als eine Plattform zur “Förderung von rechten Ideen mit einer Vision der Aktualität, die befreit ist vom Einheitsdenken”. Die Kommentare wurden zu einem Beitrag über Melgar verfasst.

(SDA)


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