Lebenserwartung steigt und steigt

Tanznachmittag der Pro Senectute bei Thun (Archiv)
Tanznachmittag der Pro Senectute bei Thun (Archiv) © KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Die Lebenserwartung der Menschen in den reicheren Ländern ist seit 1970 im Durchschnitt um zehn Jahre gestiegen. Die Schweiz belegt im jüngsten Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) einen Spitzenplatz.

In Japan, Spanien, der Schweiz, Italien und Frankreich lag im Vergleichsjahr 2013 die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt bei über 82 Jahren. Japan ist mit 83,4 Jahren an erster Stelle, gefolgt von Spanien mit 83,2 und der Schweiz mit 82,9 Jahren, wie die OECD am Mittwoch bekanntgab.

In keinem der 34 OECD-Ländern werden die Männer so alt wie in der Schweiz, nämlich 80,7 Jahre. Bei den Frauen liegen die Schweizerinnen mit einer Lebenserwartung von 85 Jahren auf dem sechsten Platz. Dort sind die Japanerinnen mit 86,6 Jahren an erster Stelle.

Verbesserung des Lebensstils

In allen OECD-Mitgliedstaaten zusammen lag die die Lebenserwartung im Schnitt bei 80,5 Jahren. Die Lebenserwartung steige jedes Jahr um drei oder vier Monate und “nichts deutet auf eine Verlangsamung hin”, stellte die OECD fest. Dies erkläre sich mit der “Verbesserung des Lebensstils”, einer besseren Bildung und Fortschritten bei der Gesundheitsversorgung.

Allerdings ist die Lebenserwartung sehr unterschiedlich je nach Land, und auch zwischen den Geschlechtern gibt es Differenzen. Das Schlusslicht bildet Mexiko mit 74,6 Jahren hinter Ungarn, der Slowakei und der Türkei.

Übergewicht in Mexiko

Laut der OECD sind für die niedrige Lebenserwartung in Mexiko vor allem das verbreitete Übergewicht aufgrund einer falschen Ernährungsweise verantwortlich sowie die “sehr hohe” Zahl von Morden und Verkehrsunfällen.

Die USA liegen mit einem Durchschnittsalter von 78,8 Jahren auf dem 28. Platz und verzeichneten seit 1970 nur einen moderaten Anstieg der Lebenserwartung. Die Gründe sind hier ebenfalls Übergewicht, Drogenmissbrauch, Verkehrsunfälle und Morde.

Bildung relevant für das Alter

Bei den Risikofaktoren Übergewicht, Tabak und Alkohol nimmt die Schweiz unterschiedliche Plätze ein. So fungieren die erwachsenen Schweizerinnen und Schweizer beim Übergewicht auf Rang fünf, gehören also zu der am wenigsten betroffenen Landesbevölkerung. Bei den Kindern liegt die Schweiz mit dem 14. Platz noch knapp in der ersten Hälfte. Beim Rauchen schafft es die Schweiz noch auf Rang 21 und beim Alkohol auf Platz 24.

Neben dem Geschlecht hängt die Lebenserwartung auch stark vom Bildungsstand ab: Menschen mit dem höchsten Bildungsstand leben sechs Jahre länger als jene mit dem niedrigsten Niveau. In Osteuropa kann die Differenz bei Männern sogar mehr als zehn Jahre erreichen.

(SDA)


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