Legen strauchelnde Kadetten erneut den Schalter um?

Gabor Csaszar ist als Teamleader der Kadetten gefordert
Gabor Csaszar ist als Teamleader der Kadetten gefordert © KEYSTONE/EPA SCANPIX DENMARK/FRANK CILIUS
Die Kadetten Schaffhausen streben den fünften Meistertitel in Folge an. Vor dem Beginn der Playoff-Viertelfinals am Mittwoch spricht jedoch vieles für Wacker Thun, das aus der Pole-Position startet.

Die Kadetten gewannen sieben der letzten acht Meistertitel. Einzig 2013 gelang es Thun, in die Phalanx der Schaffhauser einzudringen. Der Titelverteidiger muss sich jedoch gewaltig steigern, um erneut die Trophäe in die Höhe zu stemmen. Der Trainerwechsel Mitte Dezember von Peter Kukucka zum früheren Schweizer Nationalcoach Arno Ehret brachte bislang nicht den gewünschten Erfolg. Statt in der Finalrunde den Rückstand von zwei Punkten auf Wacker wettzumachen, fielen die Kadetten nach drei Niederlagen in den letzten vier Partien auf den 3. Platz zurück. Am Sonntag setzte es in Thun eine 28:37-Kanterniederlage ab.

Dennoch wäre es fahrlässig, die Schaffhauser abzuschreiben, dafür ist deren Potenzial zu gross. Vor drei Jahren starteten sie ebenfalls von Rang 3 aus in die Playoffs, nachdem sie in der Finalrunde sechsmal verloren hatten, und gewannen in der entscheidenden Meisterschaftsphase sämtliche sechs Partien. Dass die Kadetten auch diesmal den Schalter umlegen können, davon ist Teammanager David Graubner überzeugt. «Wir haben genug Spieler, die wissen, was es nun braucht.» Tatsächlich ist die Playoff-Erfahrung ein grosses Plus der Schaffhauser.

Doch wie erklärt sich Graubner die zuletzt schwachen Leistungen? «Ich möchte die Gründe nicht in den Medien präsentieren.» Er ist allerdings nicht unglücklich darüber, dass neu acht und nicht mehr nur vier Teams die Playoffs bestreiten. Zudem gibt es Anfang April wegen der Nationalmannschaft eine Pause. «Das gibt uns Zeit, die Karten neu zu mischen», sagt Graubner. Den Viertelfinal gegen Suhr Aarau bezeichnete er als «sehr guten Test und erste Hürde». Von den Leistungen der Thuner, die bislang eine sehr konstante Saison bestreiten, ist Graubner angesichts der Doppelbelastung mit dem Europacup «sehr überrascht. Wenn sie so weiterspielen, ist es schwierig, an ihnen vorbeizuziehen».

Die Thuner, deren Mannschaft nur aus Schweizern besteht, verloren in der laufenden Meisterschaft bloss vier Partien, wovon drei gegen die Kadetten. Deshalb war der Sieg am Sonntag gegen die Schaffhauser für Wackers zweitbesten Torschützen Lenny Rubin «unglaublich wichtig». Ohnehin sei die Stimmung im Team hervorragend, und sie hätten auf jeder Position zwei gute Spieler. «Ich bin unglaublich stolz auf die Mannschaft», fuhr Rubin fort. «Wir haben nun in jeder Serie Heimrecht. Mit unserem Publikum im Rücken wird es sehr schwer, uns zu Hause zu schlagen.»

Ausserdem stehen die Thuner vor einem Umbruch, da mit Lenny Rubin (Wetzlar), Topskorer Lukas von Deschwanden (Stuttgart) und Captain Roman Caspar (Rücktritt) drei wichtige Spieler das Team Ende Saison verlassen. Das gibt zusätzliche Motivation. «Mit dem Titel zu gehen, wäre etwas vom grössten für uns», sagte Rubin. «Ich habe das Gefühl, dass es klappen könnte, wenn alle gesund bleiben. Wir hätten es verdient.»

Im Gegensatz zu Thun hatte Cupsieger Pfadi Winterthur in dieser Saison mit grossem Verletzungspech zu kämpfen. Es fehlten bis zu acht Stammspieler. Insofern ist der 2. Platz der Finalrunde als erstaunlich zu bezeichnen und für Trainer Adrian Brüngger «das Maximum unter diesen Umständen». Sie hätten angefangen, aus der Not eine Tugend zu machen. Bräm, Pecoraro und Heer, die vor ein paar Wochen noch keine NLA-Spieler gewesen seien, hätten sich toll entwickelt, so Brüngger. Er hofft, dass mit Ausnahme von Cédrie Tynowski und Pascal Vernier sämtliche Verletzte schon im Viertelfinal gegen St. Otmar St. Gallen wieder einsatzfähig sind. Für Brüngger bleiben die Schaffhauser der Favorit auf den Titel. Sein Team sieht er hinter den Kadetten und Wacker in Lauerstellung.

(SDA)


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