Lego ändert wegen Ai Weiwei seine Verkaufspolitik

Lego will künftig nicht mehr wissen, wofür Grossbestellungen von Legosteinen gebraucht werden. Es muss nur deutlich sein,  dass allfällige Ausstellungen mit Lego-Kreationen nicht von dem Unternehmen unterstützt wurden (Symbolbild).
Lego will künftig nicht mehr wissen, wofür Grossbestellungen von Legosteinen gebraucht werden. Es muss nur deutlich sein, dass allfällige Ausstellungen mit Lego-Kreationen nicht von dem Unternehmen unterstützt wurden (Symbolbild). © KEYSTONE/AP POLFOTO/ANDERS BROHUS
Lego hat eine neue Verkaufspolitik. Künftig fragt der Spielwarenhersteller nicht mehr nach dem Zweck einer Grossbestellung. Letztes Jahr war das dänische Unternehmen kritisiert worden, weil es eine Bestellung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei abgelehnt hatte.

Wenn bei Lego grosse Mengen an Bausteinen bestellt werden, fragt das Unternehmen nicht mehr, was der Besteller mit den Steinen beabsichtigt. Das teilte der dänische Spielwarenhersteller am Mittwoch mit. Stattdessen müssen solche Kunden bei einer Ausstellung ihrer Lego-Kreationen deutlich machen, dass das Projekt nicht von Lego unterstützt werde.

Bis Ende vergangenen Jahres verlangte Lego bei grossen Bestellungen Informationen zum jeweiligen Projekt – dies, weil der Zweck von Lego sei, Kinder zu kreativem Spiel anzuleiten und nicht um die Interessen einzelner Personen oder Organisationen zu unterstützen.

Auslöser für die geänderte Haltung des Unternehmens ist der chinesische Künstler Ai Weiwei. Im vergangenen Jahr hatte er bei Lego eine Grossbestellung aufgegeben, weil er für die Ausstellung im australischen Melbourne “Andy Warhol/Ai Weiwei” die Porträts von 20 australischen Bürgerrechtlern in Lego nachbauen wollte. Mit Hinweis auf den politischen Charakter des Projekts hatte Lego die Bestellung zurückgewiesen.

Damit hatte Lego heftige Kritik auf sich gezogen. Ai zeigte sich damals “entgeistert”. Nach einem weltweiten Spendenaufruf im Internet wurde er richtiggehend mit Legosteinen überschüttet. Sammelstellen gab es in Melbourne, Berlin, London, Kopenhagen, Malaga oder New York.

Die Entscheidung der dänischen Spielwarenfirma, nun nicht mehr nach dem Grund für Grossbestellungen zu fragen, bezeichnete Ai Weiwei auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter als “feinen Zug”.

(SDA)


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