Leicester City und Bayern München vor dem Titelgewinn

N'Golo Kanté (links), Trainer Claudio Ranieri und Danny Drinkwater (rechts) sind drei der Baumeister des Erfolgs von Leicester City
N'Golo Kanté (links), Trainer Claudio Ranieri und Danny Drinkwater (rechts) sind drei der Baumeister des Erfolgs von Leicester City © KEYSTONE/AP/RUI VIEIRA
Wie Basel in der Schweiz bietet sich auch Leicester City in England und Bayern München in Deutschland am Wochenende die Chance, mit einem Sieg den Meistertitel vorzeitig zu gewinnen.

Die Jagd nach dem Meistertitel des als 1:5000-Aussenseiter in die Saison gestarteten Klubs aus der Kleinstadt in den East Midlands elektrisiert die Fussball-Fans weit über die Grenzen des englischen Königreichs hinaus. Maximal drei Punkte benötigt die Mannschaft des Italieners Claudio Ranieri aus den letzten drei Spielen, um die grösste Sensation in der Geschichte der 1992 gegründeten Premier League perfekt zu machen. Die erste Chance bietet sich Leicester, bei dem Gökhan Inler zuletzt nicht mehr im Aufgebot figurierte, am Sonntag im Old Trafford gegen Manchester United.

Als “too cheesy”, zu kitschig, mutet die Geschichte des Traditionsvereins an, der es in seiner 132-jährigen Geschichte gerade einmal zu drei Ligacup-Triumphen und vier Final-Teilnahmen im FA Cup gebracht hat. Ende März 2015 lagen die “Foxes” neun Spiele vor Schluss mit sieben Punkten Rückstand auf den rettenden 17. Platz abgeschlagen am Tabellenende, ehe der Aufsteiger mit sieben Siegen in extremis doch noch den Klassenerhalt schaffte.

Trainer Ranieri baute neues Team

Der neue Trainer Claudio Ranieri baute ab Sommer ein Team zusammen, dessen grosse Stärke neben der hervorragenden defensiven Organisation das Konterspiel ist. Sogar beim 4:0 am Sonntag gegen Swansea, dem höchsten Sieg der Saison, besass Leicester nur 38 Prozent Ballbesitz. Bereits der Saisonstart gelang mit sechs Spielen ohne Niederlage vorzüglich. Danach sorgte der Premier-League-Rekord von Jamie Vardy, der elf Spiele in Folge traf, für Schlagzeilen. Und als der Fast-Absteiger im Februar noch immer an der Tabellenspitze stand, wurde wöchentlich spekuliert, wann der Einbruch kommen wird.

Er kam nie. Auch nicht nach der 1:2-Niederlage in der Nachspielzeit gegen Arsenal Mitte Februar. Und auch nicht nach dem 2:2 zuhause gegen West Ham vor zwei Wochen, als Top-Torschütze Vardy (22 Tore) wegen einer angeblichen Schwalbe gesperrt wurde und der Rückstand auf Tottenham vier Runden vor Schluss auf fünf Punkte geschmolzen war. Im Gegenteil: Während Leicester zuhause gegen Swansea zu seinem höchsten Saisonsieg kam, patzte Verfolger Tottenham am Montag beim 1:1 gegen West Bromwich Albion.

Schafft Guardiola das Meister-Triple?

Fast schon normal wäre der Titelgewinn von Bayern München in der deutschen Bundesliga. Am Samstag könnte Trainer Pep Guardiola im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein persönliches Meister-Triple mit dem deutschen Rekordmeister perfekt machen, drei Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Atletico Madrid.

Die Niederlage in Madrid hat den Ehrgeiz Guardiolas nur noch zusätzlich angestachelt. “Jeder hat mich gekillt nach dem Spiel, aber ich bin noch nicht tot”, sagte der Katalane angesichts der Kritik an seiner Aufstellung ohne Thomas Müller und Franck Ribéry beim 0:1 am Mittwoch im Vicente Calderon.

In seinem 100. Bundesligaspiel kann Guardiola seinen persönlich dritten Meistertitel im dritten und letzten Jahr als Trainer in Deutschland sichern. Für Bayern wäre es am 31. Spieltag sogar der vierten Titelgewinn in Serie, ein Novum in der Historie des deutschen Fussballs. “Das ist eine unglaubliche Leistung”, sagte Ex-Präsident Uli Hoeness. Gross gefeiert würde beim 26. Titelgewinn aber nicht. Der Klassiker gegen Gladbach ist – trotz Meisterschaftschance – nur ein Zwischenspiel für die Bayern. Das grosse Ziel ist der Einzug in den Champions-League-Final in Mailand.

(SDA)


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