Leipziger setzen Zeichen für Toleranz

Fremdenfeindliche Legida-Anhänger mit einem bösartigen Wortspiel-Transparent in Leipzig: Rapefugees aus den Wörtern rape (engl. für Vergewaltigung) und refugee (engl. für Flüchtlinge).
Fremdenfeindliche Legida-Anhänger mit einem bösartigen Wortspiel-Transparent in Leipzig: Rapefugees aus den Wörtern rape (engl. für Vergewaltigung) und refugee (engl. für Flüchtlinge). © KEYSTONE/EPA DPA/JAN WOITAS
Mit einer Lichterkette und Demonstrationen haben die Leipziger ein Zeichen für Toleranz und friedliches Zusammenleben gesetzt. Anlass war ein Aufmarsch der fremdenfeindlichen Legida-Bewegung. Gleichzeitig randalierten 250 vermummte Hooligans im Stadtteil Connewitz.

“Diese Hooligans haben Pyrotechnik gezündet und Schaufensterscheiben mit Steinen eingeworfen”, sagte eine Polizeisprecherin am Montagabend. Es handle sich um eine rechte Klientel aus dem Fussballbereich. Auf die Bahnstrecke Dresden-Leipzig wurde ein Brandanschlag verübt.

Auf Twitter teilte die Polizei am Abend mit, die Randalierer seien festgesetzt worden, die Lage sei unter Kontrolle. Der Stadtteil Connewitz gilt als Hochburg linker Autonomer in Leipzig.

Zeitgleich gab es in der Innenstadt einen Aufmarsch des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida. Der Pegida-Ablegers war vor einem Jahr das erste Mal auf die Strasse gegangen.

Die Dresdner Pegida-Bewegung hatte zuvor ihre Anhänger zur Teilnahme an der Kundgebung in Leipzig aufgerufen. Auch die Pegida-Spitze um Lutz Bachmann hatte sich in der Messestadt angekündigt. Pegida ist die Abkürzung für: Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.

Legida ist ein Ableger der Pegida-Bewegung, er gilt aber als deutlich radikaler. In den vergangenen Wochen hatte Legida nur noch wenige hundert Anhänger auf die Strasse gebracht.

Nach Schätzungen der Veranstalter beteiligten sich mehrere tausend Menschen an den Protestaktionen gegen Legida und Pegida. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte im Vorfeld, die Bürger wollten damit zeigen, “wofür die bürgerliche Mitte steht, wofür wir stehen”. Mit Blick auf die sexuellen Übergriffe zu Silvester in Köln warnte der SPD-Politiker Jung vor einer Instrumentalisierung.

Zu der Lichterkette am Montagabend hatte ein breites Bündnis aus Politik, Gewerkschaften, Wirtschaft, Kultur und Vereinen sowie die SPD, die Partei der Grünen und Die Linke aufgerufen.

Im Anschluss an das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche bildeten nach Angaben von Beobachtern hunderte Menschen mit Kerzen eine Kette entlang des Innenstadtrings.

(SDA)


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