Letzter Schweizer EM-Test in Lugano gegen Moldawien

Nationaltrainer Vladimir Petkovic gibt im EM-Camp in Lugano Anweisungen
Nationaltrainer Vladimir Petkovic gibt im EM-Camp in Lugano Anweisungen © KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Die Schweiz schliesst das EM-Camp mit dem Testspiel in Lugano gegen Moldawien ab. Gegen die FIFA-Nummer 159 muss der erste Sieg des Jahres her, sonst ist der gute Eindruck von zuletzt nicht viel wert.In einer Woche erfolgt der EM-Start gegen Albanien.

Ein paar Probleme gibt es doch noch zum Abschluss des knapp zweiwöchigen Schweizer Trainingscamps in Lugano. Abwehrchef Johan Djourou musste das Training am Donnerstag abbrechen, sein Einsatz im Spiel gegen Moldawien ist ungewiss. Auch Marwin Hitz, der dritte Torhüter, geht es nicht gut; er bekam im Training einen Ball ins Gesicht. Aber sonst meldet Nationalcoach Vladimir Petkovic: “Wir haben Vertrauen in uns nach diesen zwei Wochen im Tessin. Gegen Moldawien wollen wir noch mehr davon holen.”

Neben Petkovic sass Valon Behrami. Auch der Arbeiter im Mittelfeld sieht das Team bereit für die Aufgabe in Frankreich. “Der Trainer hat in den Trainings darauf hingearbeitet, dass jeder mehr für das Team arbeitet. Die Mentalität hat sich geändert seit den letzten Testspielen. Jeder läuft und kämpft mehr.” Gegen Moldawien müsse die Mannschaft nun im Spiel unter Beweis stellen, dass sie das auch unter Druck könne. “Noch ist es kein EM-Spiel, aber wir können selbst dafür sorgen, dass die Anspannung stimmt. Wir müssen den Druck auf uns selber erhöhen. Es ist das letzte Testspiel, danach gibt es keine Möglichkeit mehr, im Spiel etwas zu proben.”

Weil es das letzte Testspiel vor dem EM-Auftakt vom 11. Juni gegen Albanien ist, kann man davon ausgehen, dass Petkovic die bestmögliche Mannschaft nominiert. Ob er den Basler Breel Embolo ebenfalls zu ihr zählt, liess er offen. Der 19-jährige Stürmer trainiert nach seiner Verletzung der Patellasehne im rechten Knie erst seit Montag mit dem Team. “Embolo hat gut trainiert, aber erst wenn der Einsatz im Testspiel ohne Probleme verläuft, können wir sagen, dass er 100 Prozent bereit ist”, so Petkovic.

Am ehesten könnte Embolos Position in der sich abzeichnenden Startformation für die EM auf dem linken Flügel sein, obwohl er dort im FC Basel nie spielt. Aber auf dem linken Flügel hat Admir Mehmedi im Nationalteam zuletzt und nach einer schwierigen Saison mit Bayer Leverkusen nicht überzeugt. Doch Petkovic blieb in seiner Aussage vage. “Ich kann Embolo auf allen vier Positionen in der Offensive bringen. Es ist sowieso nötig, dass sich die Stürmer viel bewegen und ihre Positionen immer wieder wechseln.”

Viel Bewegung im Sturm, wo der gesperrte Haris Seferovic fehlt, wird in Lugano auch nötig sein, um ins moldawische Réduit einzudringen. Petkovic hat die Nummer 159 im FIFA-Ranking bewusst als letzten Gegner ausgewählt, um taktisch die EM-Spiele gegen Albanien und Rumänien zu simulieren. Es werden Spiele sein, in denen die Schweizer agieren werden, weil sich der Gegner zurückzieht und auf Konter lauert. “Moldawien verteidigt vielleicht nicht so gut wie Rumänien, aber das Team hat zuletzt auch gegen Mannschaften wie Kroatien, Schweden oder Russland nie eine schlechte Figur abgegeben”, sagte Petkovic.

In den letzten 24 Spielen hat Moldawien nie mehr als zwei Gegentore kassiert. Es hat gegen die EM-Teilnehmer Polen und Russland unentschieden gespielt und in der EM-Qualifikation gegen Österreich zweimal nur knapp verloren (0:1, 1:2). Aber Moldawien hat in diesen 24 Spielen auch nur zweimal gewonnen – jeweils gegen Andorra. Selbst Liechtenstein wurde in der EM-Qualifikation nicht geschlagen.

Deshalb sagte Petkovic auch: “Dieses Spiel gibt uns eine gute Möglichkeit, weiter Selbstvertrauen zu tanken, die erfolgreiche Vorbereitungszeit im Tessin mit einem positiven Gefühl abzuschliessen und den Enthusiasmus bei den Fans zu entfachen.” Die Schweizer wissen: “Siege geben Vertrauen und Vertrauen führt zu weiteren Siegen”, wie Behrami sagte. Acht Tage vor dem EM-Start tut deshalb ein Erfolg dringend Not. Die Schweiz hat vier der letzten fünf Spiele verloren.

Schweiz – Moldawien

Cornaredo, Lugano. – Freitag, 18.00 Uhr.

Die möglichen Aufstellungen

Schweiz: Sommer (Borussia Mönchengladbach); Lichtsteiner (Juventus Turin), Schär (Hoffenheim), Von Bergen (Young Boys)/Djourou (Hamburger SV), Rodriguez (Wolfsburg); Behrami (Watford), Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Dzemaili (Genoa); Shaqiri (Stoke City), Derdiyok (Kasimpasa Istanbul), Mehmedi (Bayer Leverkusen). – Fraglich: Hitz, Djourou.

Moldawien: Calancea (Voluntari/ROM); Jardan (Zimbru Chisinau), Golovatenca (Nowosibirsk/RUS), Armas (Kuban Krasnodar/RUS), Bordian (Dacia Chisinau); Antoniuc (Milsami Orhei), Onica (Zaria Balti), Cebotaru (Nowosibirsk/RUS), Patras (Sheriff Tiraspol); Istrati (Academia Chisinau), Spataru (Zimbru Chisinau)

(SDA)


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