Trump ist Präsidentschaftskandidat der Republikaner

Delegierte beim Parteitag der Republikaner in Cleveland warten gespannt auf die Abschlussrede ihres Kandidaten Donald Trump.
Delegierte beim Parteitag der Republikaner in Cleveland warten gespannt auf die Abschlussrede ihres Kandidaten Donald Trump. © KEYSTONE/EPA/SHAWN THEW
Donald Trump geht als Kandidat der US-Republikaner in die Präsidentenwahl am 8. November. Der Immobilienmilliardär nahm am späten Donnerstagabend in Cleveland unter grossem Jubel zum Ende des viertägigen Konvents die Nominierung seiner Partei an.

Im Ringen um das mächtigste Amt der Welt wird der 70-Jährige gegen die Demokratin Hillary Clinton antreten, die nach aller Voraussicht in der kommenden Woche in Philadelphia vom Konvent der Demokraten als Kandidatin nominiert werden wird. Trump war am Dienstag von den Delegierten seiner Partei zum Präsidentschaftskandidaten nominiert worden.

“America first – Amerikanismus statt Globalisierung”

Seine Präsidentschaft will der Milliardär unter das Motto “Amerika zuerst” stellen. In einem vom Portal “Politico” verbreiteten Entwurf der Rede, die Trump in der Nacht zum Freitag in Cleveland halten sollte, heisst es: “Amerikanismus, nicht Globalisierung, wird unser Credo sein.”

Wenn die USA von Politikern geführt würden, die das Land nicht an erste Stelle setzten, würden sie von anderen Ländern nicht mit Respekt behandelt. “Das wird sich 2017 ändern”, heisst es. Mit dem 20. Januar – dem Amtsantritt des neuen Präsidenten – werde die Kriminalität ein Ende haben, verspricht Trump weiter.

“Ich habe die politische Arena betreten, damit die Mächtigen nicht länger auf Menschen einschlagen können, die sich nicht verteidigen können. Niemand kennt das System besser als ich, deswegen bin ich der Einzige, der es reparieren kann.”

Der Traum von millionen Jobs und der Mauer

Trump sagte laut Entwurf, er werde Millionen Jobs zurück in die USA bringen. Er wiederholte, dass er an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen werde. “Es kann ohne Gesetz und Ordnung kein Wachstum geben”, heisst es. Seine Gegnerin Hillary Clinton sei eine Marionette von Medien und Spendern.

Entschieden will sich Trump gegen internationale Handelsabkommen wenden. Diese Verträge hätten Amerika Hunderttausende Arbeitsplätze gekostet und Städte zerstört. Das Thema Handelsverträge und Arbeitsplätze nimmt in dem Entwurf den bei weitem grössten Raum ein.

In der Aussenpolitik wirft Trump einen Blick zurück in das Jahr 2009. Damals habe es die Terrormiliz noch nicht gegeben. “Libyen hat kooperiert, Ägypten war friedlich, der Irak hat eine Abnahme der Gewalt erlebt. Der Iran wurde von Sanktionen gedrosselt, Syrien war unter Kontrolle.”

Tod, Zerstörung und Terror als Clintons Erbe

Clinton sei als Aussenministerin für das Ausbreiten der Terroristen verantwortlich. Libyen liege in Trümmern, Ägypten werde gezwungenermassen wieder vom Militär kontrolliert, und der Irak sei ein Chaos. Dies sei das Erbe Clintons: Tod, Zerstörung und Schwäche. Der Atom-Deal mit dem Iran müsse aufgehoben werden.

Zum Thema Einwanderung heisst es, Jahrzehnte der Immigration hätten Löhne gesenkt und Arbeitslosigkeit der Bürger erhöht, besonders für Afro-Amerikaner und Latinos. “Wir werden ein Einwanderungssystem haben, das funktioniert, aber eines, das für Amerikaner funktioniert.” Amerikaner wollten Erleichterung von ungesteuerter Einwanderung.

Amerika ist das Land der Träumer

Man müsse sich von der Politik der Vergangenheit befreien. “Amerika ist ein Land der Gläubigen, der Träumer und der Strebenden, das von einer Gruppe von Zensoren, Kritikern und Zynikern geführt wird.”

“Alle die, die Euch sagen, Ihr könnt nicht das Land haben, das Ihr möchtet, sind die gleichen, die Euch gesagt haben, dass ich heute Nacht unmöglich würde hier stehen können”, heisst es. Nie mehr dürfe man sich verlassen auf die Eliten in Medien und Politik, die alles sagen würden, um ein zurechtgebogenes System am Leben zu erhalten.

Insgesamt war der Entwurf der Rede im Vergleich zu bisherigen Ansprachen substanzieller und ernsthafter, liess aber konkrete Vorschläge oder Programmatik vermissen.

(SDA)


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