Leuchtender Halbmond auf Gipfel erhitzt Gemüter

Der Gipfel der Freiheit trägt einen leuchtenden Halbmond.
Der Gipfel der Freiheit trägt einen leuchtenden Halbmond. © zVg
Auf einem Gipfel im Alpstein hat ein Appenzeller Künstler einen leuchtenden Halbmond installiert. Wanderer und die Behörden fühlen sich vor den Kopf gestossen. Die Politik gibt dem Künstler eine Frist von einer Woche, um den Halbmond wieder zu entfernen.

“Ich begreife nicht, welchen Zweck dieser drei Meter hohe beleuchtbare Halbmond erfüllen soll und ich verstehe auch nicht, wie man einen Berg derart entstellen kann”, enerviert sich ein Berggänger auf einer Wanderplattform. Als er vor wenigen Tagen im Alpstein auf einer Wanderung war, entdeckte er einen installierten Halbmond auf dem Gipfel des Bergs “Freiheit”. “Neben dem Halbmond waren mehrere Solarpanele installiert”, beschreibt der Wanderer die Anlage weiter. Er habe es erst für eine wissenschaftliche Messanlage gehalten. “Auf der Freiheit thront jetzt ein Halbmond.”

Freiheits-Halbmond erleuchtet den Alpstein und erzürnt Bergler

Bei dem Halbmond handelt es sich laut Bewohnern der Region um eine Kunstaktion eines Appenzeller Künstlers. Man ist wütend über die Umstände der Installation, obschon erst wenige genau gesehen haben, was auf der Freiheit steht und leuchtet: “Eine bodenlose Frechheit, dass da jemand so etwas aufstellt, ohne uns zu informieren”, empören sich Bergler. “Wir haben uns schon gewundert, was da oben die ganze Nacht lang leuchtet”, sagt ein Bergbeizer. Dass oben auf der 2140 Meter hohen Spitze ein leuchtender Halbmond steht, erzürnt ihn: “Das ist doch der Gipfel der Frechheit. Eine bodenlose Sauerei.” Auch Kommentare auf dem Wanderblog stimmen in den gleichen Tenor ein: “Ist das vielleicht die muslimische Variante zum Gipfelkreuz oder irgendein Kunstwerk?”, fragt ein User.

Politik gibt Künstler eine Wochenfrist

Bei der Innerrhoder Kantonspolizei weiss man erst seit heute vom leuchtenden Halbmond auf der Freiheit: “Ein Passant hat uns darüber informiert. Wir wussten nichts von einer solchen Aktion.” Auch bei der Rega-Rettungsbasis in St.Gallen Winkeln und dem Alpinkader der Polizei sei niemand informiert gewesen, sagt Paul Broger der Kapo AI. Auch der Innerrhoder Landammann Roland Inauen hat erst seit kurzem Kenntnis von der Installation: “Wir wurden heute darüber informiert und wir können solche Aktionen nicht tolerieren.” Der Künstler wurde von der Regierung befragt und man habe sich geeinigt, dass das Kunstwerk innert einer Woche wieder verschwinden muss.

(rar)


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