Liechtensteiner veröffentlichen Rezept für Hahnenwasser mit Geschmack

Liechtensteiner veröffentlichen Rezept für Hahnenwasser mit Geschmack
© ZVG
Im Rahmen einer Gesundheitskampagne hat das Fürstentum Liechtenstein eine neue Website aufgeschaltet. Darauf zu finden sind neben Rezepten für Gemüsetortillas oder Chili con Carne auch Rezepte für echte Kochbanausen: Leitungswasser und Studentenfutter. Pikant: Der Steuerzahler finanziert das Ganze.

“Wir essen allgemein zu viel, zu fett und zu süss. Die Bratwurst und das Brot sind als Zwischenverpflegung am Vereinsanlass einfach nicht mehr zeitgemäss”, sagt Eliane Vogt, Gesundheitsberaterin des Projekts “alleswurst.li”. Das Liechtensteinische Amt für Gesundheit hat eine aufwändig inszenierte Website in Vaduz präsentiert: “Mit der neuen Website möchten wir gesunde Alternativen aufzeigen”, sagen die Verantwortlichen an einer Medienkonferenz. Ob Rezepte wie “Studentenfutter” oder Fruchtsalat nur inspirieren sollen oder ernst gemeint sind, bleibt dem Leser überlassen.

“43 Prozent der Liechtensteiner sind zu dick”

Grundlage für die neuen Rezepte ist eine Zusammenarbeit vom Amt für Gesundheit mit Beihilfe der Ernährungsexpertin Eliane Vogt: “Zunehmend leidet die gesamte Gesellschaft an Übergewicht und Adipositas. Jedes sechste Kind und rund 43 Prozent der Liechtensteiner sind zu dick.” Die konkreten Kosten für die Betroffenen belaufen sich, laut Gesundheitsbericht jährlich auf mehrere Millionen Franken. “Einfach zu viel”, heisst es in der Broschüre.

“Wurst und Brot – ein alter Hut”

Die Rezepte auf alleswurscht.li sehen auf den ersten Blick vielversprechend aus. Neben einigen saisonalen Rezepten finden sich auch typische liechtensteinische Gerichte. Unter der Kategorie “ääfachi Sache” finden sich Ideen für die nächste Party (zum Beispiel Gemüse mit Dip oder Fruchtsalat), diese sind allerdings ohne Rezept. “Es sollen ja auch nur Ideen sein”, meint Eliane Vogt.

Leitungswasser-Rezept ohne Wasser

In der Sparte “Getränke” stösst man auf wunderliche Sachen. Da gibt es beispielsweise eine Anleitung für “Hahnewasser met Gschmack” oder “Haanawasser met Oranscha”. Und tatsächlich findet sich auch eine Anleitung dazu: “Zitrone gut waschen und in Scheiben schneiden. Ein Teil von der Zitrone auspressen und zusammen mit den Scheiben in den Krug geben. Danach das Crash Eis dazu geben und geniessen.” – Vom Wasser kein einziges Wort?! Dafür mit einer Tasse “Unfall-Eis” (CRASH EIS) – wennschon, dennschon.

Über die Kosten wollten sich die Verantwortlichen nicht äussern.

(rar/fae)

 


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